Religiosität & Virgen de Guadalupe
Mexiko ist das zweitgrößte katholische Land der Welt (nach Brasilien): 78% der Bevölkerung bekennen sich zum Katholizismus. Aber es ist ein sehr mexikanischer Katholizismus — durchdrungen von präkolumbischen Elementen.
Virgen de Guadalupe
Die Jungfrau von Guadalupe ist die wichtigste religiöse und kulturelle Figur Mexikos — wichtiger als Jesus, wichtiger als der Papst. 1531 soll sie dem indigenen Juan Diego auf dem Hügel Tepeyac (heute nördliches CDMX) erschienen sein — dunkelbraun, auf Nahuatl sprechend. Sie ist die „Mestizen-Madonna", die Brücke zwischen indigener und spanischer Welt.
Ihr Bildnis hängt in jedem Taxi, jedem Laden, jeder Werkstatt. Am 12. Dezember (Guadalupe-Feiertag) pilgern Millionen zur Basilika auf dem Tepeyac — die meistbesuchte Marienwallfahrtsstätte der Welt.
Synkretismus
Die mexikanische Religiosität ist ein faszinierender Mix: In San Juan Chamula (Chiapas) werden in der Kirche Coca-Cola-Opfer dargebracht und Hühner geopfert — parallel zu katholischen Heiligenstatuen. Der Día de los Muertos verbindet aztekisches Totengedenken mit katholischem Allerheiligen. Der Heilige Tod (Santa Muerte) hat Millionen Anhänger — die Kirche verurteilt den Kult, aber er wächst.