Handeln & Feilschen
Feilschen ist in Marokko keine Option, sondern Pflicht — wer den ersten Preis akzeptiert, wird nicht als großzügig angesehen, sondern als naiv. Das Handeln ist Teil der Kultur, ein soziales Ritual, ein Spiel, das beiden Seiten Spaß machen sollte. Hier die Regeln:
Die Grundregeln
- Erster Preis = 3-5 mal zu hoch: Das ist keine Übertreibung. Ein Teppich, der mit 5.000 MAD angeboten wird, ist am Ende oft für 1.500-2.000 MAD zu haben
- Gegenangebot: Starte bei 30-40% des genannten Preises und arbeite dich hoch
- Weggehen: Die mächtigste Waffe. Wenn du dich umdrehst und gehst, kommt der Händler fast immer mit einem besseren Preis hinterher
- Freundlichkeit: Lächle, scherze, trinke den angebotenen Tee. Es ist ein Spiel, kein Kampf
- Kenne den Wert: Informiere dich vorher (Ensemble Artisanal, feste Preise) über faire Preise
- Kaufe nur, was du willst: Lass dich nicht vom sozialen Druck (Tee, Freundlichkeit, Zeitinvestition) zum Kauf drängen
Wo wird gehandelt?
Ja: Souks, Märkte, Taxis (immer vorher Preis vereinbaren!), Guides, Ausflüge, Reitausflüge
Nein: Supermärkte, Restaurants (die Preise auf der Karte gelten), Museen, offizielle Transport-Tickets (Bus, Zug)
Taxi-Trick
In Marokko haben Petits Taxis (innerstädtisch) Taxameter — bestehe darauf, dass es eingeschaltet wird („Le compteur, s'il vous plaît"). Wenn der Fahrer sich weigert, steig aus und nimm das nächste. Ohne Taxameter zahlst du garantiert das Doppelte. Grands Taxis (Überlandfahrten) haben feste Streckenpreise — frag an der Taxistation nach dem Standardpreis.
💡 Tipp
Der ultimative Trick: Geh zum Ensemble Artisanal (staatlicher Handwerksmarkt, feste Preise), schau dir Qualitäten und Preise an, und geh dann mit diesem Wissen in den Souk. Du weißt dann genau, was ein Teppich, eine Lampe oder ein Lederpuff wirklich wert ist.