Antike & Mittelalter
Phönizier, Römer & Araber
Ab etwa 800 v. Chr. kolonisierten die Phönizier Malta als Handelsstützpunkt — ihr Name „Malet" (Zuflucht) gab der Insel ihren heutigen Namen. Die Phönizier hinterließen Gräber, Keramik und die semitische Sprachtradition, die im heutigen Maltesisch weiterlebt.
Die Römer (218 v. Chr. – 395 n. Chr.) machten Malta zu einer wohlhabenden Provinz. Die berühmte römische Villa in Rabat (Domus Romana) mit ihren exquisiten Mosaiken zeugt vom Reichtum der Epoche. Der Überlieferung nach erlitt der Apostel Paulus im Jahr 60 n. Chr. Schiffbruch auf Malta — ein Ereignis, das die Insel bis heute prägt und Paulus zum Schutzpatron machte.
Nach Vandalen und Byzantinern eroberten die Araber Malta um 870 n. Chr. Sie befestigten Mdina (ihr Name: „Medina"), führten Bewässerungstechnik, Zitrusfrüchte und Baumwolle ein. Ihr wichtigstes Erbe ist die maltesische Sprache: Maltesisch ist ein arabischer Dialekt mit starken italienischen und englischen Einflüssen — die einzige semitische Sprache, die in lateinischer Schrift geschrieben wird.
Normannen & mittelalterliches Malta
1091 eroberte der normannische Graf Roger I. von Sizilien Malta von den Arabern — der Beginn der christlichen Wiedergewinnung. Malta wurde Teil des Königreichs Sizilien und wechselte in den folgenden Jahrhunderten zwischen verschiedenen europäischen Herrschern. Die mittelalterliche Periode hinterließ die Festungsstadt Mdina, zahlreiche Dorfkirchen und eine feudale Gesellschaftsstruktur, die erst im 19. Jahrhundert aufgelöst wurde.