Baracoa — Kubas Geheimtipp★★★
Baracoa ist Kubas abgelegenster und magischster Ort — ein verschlafenes Städtchen am äußersten Ostende der Insel, umgeben von Regenwald, Kakao-Plantagen und wilden Flüssen. Gegründet 1511, ist es die älteste Stadt Kubas und war Jahrhunderte lang nur per Boot erreichbar. Erst 1965 baute die Revolution die La Farola — eine spektakuläre Bergstraße, die sich in Serpentinen durch die Sierra del Purial windet und Baracoa mit dem Rest Kubas verbindet.
Diese Isolation hat Baracoa einen ganz eigenen Charakter bewahrt: Die Küche ist anders (Kokosnuss, Kakao und Banane statt Reis und Bohnen), die Musik ist anders (Son changüí, Kiribá und Nengón statt Salsa), die Landschaft ist anders (Regenwald statt Tabakfelder). Baracoa fühlt sich an wie ein anderes Land — es ist das Kuba vor dem Kuba.
Sehenswürdigkeiten
- El Yunque: Der tafelförmige Berg (575 m), den Kolumbus als Orientierungspunkt nutzte. Halbtages-Wanderung (3–4 Std., Guide Pflicht, 15 €) durch dichten Regenwald mit endemischen Pflanzen, Leguanen und Schnecken (die berühmte Polymita-Schnecke). Vom Gipfel: fantastischer Blick über Baracoa und die Küste.
- Río Toa: Kubas wasserreichster Fluss. Bootstouren (10 €) durch tropische Vegetation, Schwimmen in natürlichen Pools, Besuch einer Kakao-Farm.
- Playa Maguana: Der schönste Strand der Region, 22 km nordwestlich. Feiner Sand, ruhiges Wasser, menschenleer unter der Woche. Per Taxi (10 €) oder Fahrrad (2 Std., hügelig).
- Museo Matachín: Stadtmuseum in einer spanischen Festung an der Hafeneinfahrt. Dokumentiert die Geschichte der Taíno-Ureinwohner und die Isolation Baracoas. 3 €.
- Parque Nacional Alejandro de Humboldt: UNESCO-Weltnaturerbe (seit 2001), 40 km nordwestlich. Einer der biologisch vielfältigsten Orte der Karibik: endemische Vögel, Frösche, Fledermäuse, Orchideen. Geführte Wanderungen ab 15 € (Pflicht). Halber Tag.
Kulinarische Besonderheiten
Baracoa ist Kubas Kakao-Hauptstadt: Die Region produziert den besten Kakao der Karibik. Unbedingt probieren: Cucurucho (Kokosnuss-Kokos-Fudge in Palmblatt gewickelt), Chorote (heißer Kakao mit Kokosmilch, Zucker und Gewürzen, wird wie ein Smoothie getrunken) und Bacán (grüne Banane mit Fleischfüllung, in Bananenblatt gegart).
💡 Tipp
Plane mindestens 2–3 Nächte in Baracoa — die lange Anreise (4,5 Std. von Santiago über La Farola) lohnt sich nur, wenn man Zeit hat. Die Casas Particulares sind ausgezeichnet und die Casa-Küche ist die beste Kubas — Kakao- und Kokosnuss-Gerichte, die es sonst nirgends gibt.
Achtung
Die Straße La Farola (von Guantánamo nach Baracoa) ist eng, kurvig und bei Regen rutschig. Nur bei Tageslicht fahren! Bei schlechtem Wetter kann die Straße gesperrt sein.