Kroatienkrieg (1991-1995)
Am 25. Juni 1991 erklärte Kroatien seine Unabhängigkeit von Jugoslawien — am selben Tag wie Slowenien. Was folgte, waren vier Jahre Krieg, die das Land für immer veränderten.
Hintergrund
Etwa 12% der kroatischen Bevölkerung waren ethnische Serben, die vor allem in der ehemaligen Militärgrenze (Krajina) lebten. Unter dem Einfluss des serbischen Präsidenten Slobodan Milošević und der Propaganda eines „Großserbiens" erklärten die Krajina-Serben ihre eigene „Republik" und begannen mit der Vertreibung der kroatischen Bevölkerung. Die Jugoslawische Volksarmee (JNA) unterstützte die serbischen Truppen de facto.
Vukovar (1991)
Die Schlacht um Vukovar (August–November 1991) wurde zum Symbol des Krieges: 87 Tage lang verteidigten schlecht bewaffnete kroatische Truppen und Zivilisten die ostslawonische Stadt gegen eine massive Belagerung. Nach dem Fall der Stadt am 18. November verübten serbische Paramilitärs das Massaker von Ovčara — 264 Kriegsgefangene und Zivilisten wurden ermordet. Vukovar wurde zu 80% zerstört und ist bis heute eine gespaltene Stadt.
Belagerung Dubrovniks (1991-1992)
Die Bombardierung der UNESCO-Welterbestadt Dubrovnik durch die JNA ab Oktober 1991 schockierte die Weltöffentlichkeit. Über 2.000 Granaten trafen die Altstadt; 68% aller Gebäude wurden beschädigt. Die Bilder der brennenden „Perle der Adria" trugen wesentlich dazu bei, internationale Sympathie für Kroatien zu wecken. Im Museum „War Photo Limited" in Dubrovnik kann man diese Zeit eindrücklich nacherleben.
Operation Sturm (1995)
Die Operation Oluja (Sturm) vom 4.-7. August 1995 beendete den Krieg militärisch: In nur 84 Stunden eroberte die kroatische Armee die gesamte Krajina zurück. Es war die größte militärische Bodenoffensive in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Für Kroaten ist der „Tag des Sieges" (5. August) ein Nationalfeiertag; für die ~200.000 geflohenen Krajina-Serben ist es ein Tag der Trauer.
Bilanz
Der Krieg kostete etwa 20.000 Menschen das Leben (davon ~13.500 Kroaten und ~6.500 Serben), 300.000 wurden vertrieben, und ein Drittel des Landes war zeitweise besetzt. Manche Gebiete sind noch heute vermint — Warnschilder im Hinterland sollte man ernst nehmen.
Achtung
Im Hinterland, besonders um Knin, Pakrac und in Teilen Slavoniens, existieren noch Minenfelder aus dem Kroatienkrieg. Verlasse NIEMALS markierte Wege in diesen Gebieten! Warnschilder (Totenkopf mit "MINE") sind ernst zu nehmen.