Chã das Caldeiras — Leben im Krater
Chã das Caldeiras ist einer der surrealiststen Orte der Welt: Ein Dorf mit etwa 1.000 Einwohnern, mitten in der Caldera eines aktiven Vulkans, auf 1.700 Metern Höhe, umgeben von schwarzen Lavafeldern und überragt vom rauchenden Pico do Fogo. Hier leben Menschen, die den Vulkan als Nachbarn akzeptiert haben — und die besten Weine und Käse der Kapverden produzieren.
Wein auf Lava
Die vielleicht erstaunlichste Tatsache über Chã das Caldeiras: Auf dem vulkanischen Boden wächst Wein. Die Reben (vor allem die portugiesische Sorte Castelão) wurzeln in der mineralreichen Vulkanasche und profitieren von den kühlen Nächten und warmen Tagen auf 1.700 Metern. Das Ergebnis ist ein kräftiger, mineralischer Rotwein — der Manecom und der Chã — der zu den besten Weinen Westafrikas zählt. Die kleine Adega do Fogo (Weinkellerei) kann besichtigt werden, Verkostung inklusive. Eine Flasche kostet 5–10€ und ist ein einzigartiges Souvenir.
Nach dem Ausbruch 2014
Im November 2014 brach der Pico do Fogo nach 19 Jahren Ruhe aus. Ein neuer Lavastrom floss direkt durch das Dorf Portela und zerstörte Dutzende Häuser, die Schule und die Weinkellerei. Die Bewohner wurden evakuiert — aber sie kehrten zurück, sobald die Lava erkaltete. Heute stehen neue Häuser neben der erstarrten Lava, die teilweise durch Fenster und Türen der alten Häuser geflossen ist. Die Ruinen sind ein gespenstisches Mahnmal der Naturgewalt — und die Tatsache, dass die Menschen trotzdem hier leben, ein Beweis für den unbeugsamen kapverdischen Geist.
Was du in Chã das Caldeiras machen kannst
- Pico-Besteigung: Der Hauptgrund für den Besuch. Alle Touren starten hier.
- Weinprobe: Adega do Fogo besuchen und den einzigartigen Vulkanwein verkosten.
- Käse probieren: Queijo de Cabra (Ziegenkäse) aus Chã ist der beste der Kapverden — würzig, fest und fantastisch.
- Lava-Spaziergang: Durch die frischen Lavafelder des 2014er-Ausbruchs wandern. Die bizarre Landschaft aus erstarrter Pahoehoe- und Aa-Lava ist geologisch faszinierend.
- Übernachtung: In einer der einfachen Pensionen im Dorf übernachten (20–35€/DZ). Der Sternenhimmel auf 1.700 Metern, ohne Lichtverschmutzung, ist atemberaubend. Und morgens den Sonnenaufgang über dem Pico zu sehen, mit einer Tasse Kaffee in der Hand, ist einer dieser Momente, die man nicht vergisst.
💡 Tipp
Übernachte mindestens eine Nacht in Chã das Caldeiras. Wer nur für den Vulkanaufstieg kommt und wieder abreist, verpasst die Seele dieses Ortes. Abends, wenn die Tagestouristen weg sind, sitzt man bei Kerzenlicht mit den Dorfbewohnern, trinkt Grogue und hört Geschichten über den Vulkan. Das ist das echte Kapverden.