Sardiniens Hinterland
Abseits der Küsten liegt ein Sardinien, das kaum ein Tourist je zu sehen bekommt: das Gennargentu-Gebirge (Punta La Marmora, 1.834 m), die Barbagia (Hirtenkultur, die sich selbst der Römer erwehrte) und die Ogliastra (spektakuläre Schluchten und Karstlandschaften).
Orgosolo ★★
Das berühmte „Banditen-Dorf" in der Barbagia ist heute für seine Murales bekannt: über 150 politische Wandgemälde an den Hauswänden, die sardische Geschichte, soziale Ungerechtigkeit und internationalen Protest thematisieren. Ein Freilichtmuseum der Gegenkultur.
Gola Su Gorropu ★★
Europas tiefster Canyon: Felswände bis 500 m Höhe, am Grund nur wenige Meter breit. Die Wanderung zum Eingang (2h ab Ponte Sa Barva) ist bereits spektakulär. Im Canyon selbst (Eintritt 5 €, Guide empfohlen) klettert man über Felsblöcke in einer surrealen Landschaft.
Blaue Zone: Das Geheimnis des langen Lebens
Die Barbagia ist eine von weltweit fünf „Blue Zones" — Regionen, in denen die Menschen überdurchschnittlich alt werden. Das Rezept: sardische Ernährung (Pecorino, Hülsenfrüchte, Rotwein aus der Cannonau-Traube), körperliche Arbeit, starke Gemeinschaft und ein stressfreies Leben. In Dörfern wie Villagrande Strisaili leben überproportional viele Hundertjährige.