Mogul-Architektur & Miniaturmalerei
Die Mogul-Architektur verbindet persische Eleganz, islamische Geometrie und indische Handwerkskunst zu einem Stil, der zu den schönsten der Welt gehört. Ihre Merkmale: symmetrische Grundrisse, Zwiebelkuppeln, Charbagh-Gärten (vierteilig, symbolisch für das Paradies), Pietra-dura-Einlegearbeit (Halbedelsteine in Marmor) und filigrane Jali-Gitter (durchbrochene Steinschirme).
Die Meisterwerke: Taj Mahal (Agra, 1653), Humayuns Grab (Delhi, 1570 — Vorbild des Taj), Fatehpur Sikri (Agra, 1585 — Akbars verlassene Idealstadt), Jama Masjid (Delhi, 1656 — größte Moschee Indiens), Red Fort (Delhi, 1648 — mit seinem „Paradies auf Erden").
Miniaturmalerei
Die Rajput- und Mogul-Miniaturmalerei ist eine der feinsten Kunstformen Indiens. Mit Pinseln aus Eichhörnchenhaar und Farben aus gemahlenen Edelsteinen (Lapislazuli für Blau, Gold für — nun ja — Gold) schufen Künstler winzige Meisterwerke auf Papier und Elfenbein. Die Rajasthani-Schule zeigt mythologische Szenen und höfisches Leben in leuchtenden Farben; die Mogul-Schule bevorzugt naturalistische Porträts und Jagdszenen.
Heute kann man in Udaipur, Jaipur und Jaisalmer Werkstätten besuchen, in denen Künstler die Tradition fortführen — echte Miniaturmalerei auf handgeschöpftem Papier (ab 500 ₹ für kleine Werke). Vorsicht: Viele Touristenläden verkaufen Drucke als „handgemalt".