Taverne-Guide
Die griechische Gastronomie kennt verschiedene Lokaltypen — und die Unterschiede zu kennen spart Enttäuschungen:
- Taverna: Das Standardrestaurant. Einfach, familiengeführt, oft mit Terrasse. Preiswert. Hier isst Griechenland.
- Psarotaverna: Fischtaverne — am Hafen, spezialisiert auf Meeresfrüchte. Teurer als eine normale Taverne.
- Psistaria: Grillrestaurant — Fleisch vom Grill, Souvlaki, Gyros. Oft mit sichtbarem Grill.
- Ouzeri/Mezedopolio: Ouzo/Tsipouro-Lokal mit vielen kleinen Meze. Die beste Art, griechisch zu essen.
- Estiatorio: Gehobenes Restaurant — Tischdecken, Speisekarte, höhere Preise.
- Kafenio: Traditionelles Kaffeehaus — Kaffee, manchmal einfache Snacks, viel Tratsch.
- Zacharoplasteio: Konditorei — Gebäck, Kuchen, Eis, griechische Süßigkeiten.
- Galaktopolio: "Milchgeschäft" — griechischer Joghurt, Milchreis (Rizogalo), Bougatsa.
Essen bestellen wie ein Einheimischer
- Bestelle NICHT ein Gericht pro Person. Bestelle 4-8 Meze für den ganzen Tisch und teile alles.
- Brot kommt automatisch (und wird berechnet, ca. 1-2 Euro pro Korb — "Kuvert").
- Frage den Wirt, was er empfiehlt: "Ti protinete?" — oft die beste Strategie.
- "Tis oras" bedeutet "frisch zubereitet" (bei Fisch: frisch, nicht aufgetaut).
- Das Essen kommt, wenn es fertig ist — nicht gleichzeitig. Das ist normal, kein schlechter Service.
- Trinkgeld: 5-10% sind üblich, aber kein Muss. Bei sehr gutem Service bis 15%.
- Zahlen: "Ton logariasmo, parakalo." Die Rechnung wird nie unaufgefordert gebracht.
- Bezahlt wird meistens gemeinsam — "getrennt" ist ungewöhnlich und wird als etwas merkwürdig empfunden.
Essenszeiten
Griechische Essenszeiten werden Deutsche überraschen:
- Frühstück: 9-11 Uhr (oder gar nicht)
- Mittagessen: 14-16 Uhr (die Hauptmahlzeit)
- Abendessen: 21-23 Uhr (im Sommer eher 22 Uhr)
Wer um 18 Uhr in ein Restaurant geht, sitzt allein. Die Küche öffnet oft erst um 19:30, und die Griechen trudeln ab 21 Uhr ein. Im Hochsommer essen Familien mit kleinen Kindern um 22 Uhr — völlig normal.