Türkische Gastfreundschaft
Die Gastfreundschaft (Misafirperverlik) ist kein Klischee, sondern tief in der türkischen Kultur verwurzelt. Ein Gast ist „von Gott gesandt" (Tanrı Misafiri) — diese Haltung spürst du überall:
- Dir wird Çay (Tee) angeboten — im Geschäft, beim Handwerker, beim Taxifahrer. Annehmen! Es verpflichtet dich zu nichts.
- Wenn du nach dem Weg fragst, wirst du oft persönlich hingebracht — nicht nur beschrieben.
- In ländlichen Gebieten wirst du zum Essen eingeladen. Es ist höflich, zunächst abzulehnen (die Einladung wird wiederholt) und dann anzunehmen.
- Ein kleines Gastgeschenk (Süßigkeiten, Schokolade, etwas aus Deutschland) ist eine nette Geste, aber nicht erwartet.
Die Kehrseite: In touristischen Gebieten (Sultanahmet, Großer Basar, Bodrum Bar Street) kann die „Gastfreundschaft" auch Verkaufsstrategie sein. Lerne, zwischen echter Herzlichkeit und kommerzieller Freundlichkeit zu unterscheiden — in der Regel ist der erste Çay echt, der zweite vielleicht verkaufsstrategisch.