Islam im Alltag
Die Türkei ist zu ca. 99% muslimisch (überwiegend sunnitisch), gleichzeitig aber seit 1923 ein laizistischer Staat — Religion und Staat sind offiziell getrennt. Das Ergebnis ist ein Spektrum, das von streng konservativen Familien in Zentralanatolien bis zu ausgelassen feiernden Istanbulern in Beyoğlu reicht.
Was bedeutet das für Reisende?
- Fünf Gebetszeiten: Der Gebetsruf (Ezan) erschallt fünfmal täglich von den Minaretten — auch nachts (Morgengebet, ca. 4:30–5:30 Uhr). Das ist normal und gehört zur Kulisse.
- Ramadan (Ramazan): Im Fastenmonat essen viele Türken tagsüber nicht. In touristischen Gebieten sind Restaurants geöffnet, aber es ist respektvoll, auf der Straße nicht ostentativ zu essen oder zu rauchen. Das Fastenbrechen (İftar) bei Sonnenuntergang ist ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis — viele Restaurants bieten İftar-Menüs an.
- Moscheen-Besuch: Moscheen sind für Besucher offen (außer während der Gebete). Schuhe ausziehen, Frauen bedecken Haar und Schultern, Männer keine kurzen Hosen. Fotografieren ohne Blitz erlaubt, aber dezent.
- Alkohol: Legal und weit verbreitet, aber teuer (hohe Steuer). In konservativen Vierteln und im Landesinneren weniger präsent als an der Küste. Rakı (Anisschnaps) ist das Nationalgetränk.