Die Meister des Goldenen Zeitalters
Im 17. Jahrhundert arbeiteten in den Niederlanden mehr Maler als in jedem anderen Land der Welt. Die Kunst war demokratisiert: Nicht nur Adlige und Kirchen, auch Bürger und Kaufleute kauften Gemälde. Drei Meister ragen heraus:
Rembrandt van Rijn (1606–1669)
Der „Meister des Lichts" lebte und arbeitete in Amsterdam. Seine dramatischen Licht-Schatten-Kontraste (Chiaroscuro) revolutionierten die Porträtmalerei. Hauptwerke: Die Nachtwache (Rijksmuseum), Die Anatomie des Dr. Tulp (Mauritshuis), Selbstporträts (über 80!). Sein Rembrandthuis in Amsterdam (Jodenbreestraat 4) ist heute Museum — man kann sein Atelier besichtigen und sehen, wo er seine Farben mischte.
Johannes Vermeer (1632–1675)
Der „Meister des Lichts aus Delft" malte nur 37 bekannte Werke — und jedes einzelne ist ein Meisterwerk stiller Perfektion. Vermeers einzigartiger Umgang mit Licht, seine fotorealische Maltechnik und die Intimität seiner Szenen machen ihn zum vielleicht faszinierendsten Maler aller Zeiten. Hauptwerke: Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge und Ansicht von Delft (Mauritshuis), Das Milchmädchen (Rijksmuseum).
Frans Hals (ca. 1582–1666)
Der Porträtmeister aus Haarlem malte mit einer Lockerheit und Schnelligkeit, die ihrer Zeit 200 Jahre voraus war. Seine „lachenden" Porträts (Der lustige Trinker, Die Zigeunerin) wirken wie Momentaufnahmen — Impressionismus avant la lettre. Hauptwerk: Die Regentinnen des Altmännerhauses (Frans Hals Museum, Haarlem).