Ostküste · Abschnitt 5/8

Die schönsten Calas

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Die schönsten Calas

Die Calas der Ostküste sind das, wofür Mallorca eigentlich berühmt sein sollte: kleine, fjordähnliche Buchten, die sich tief in die Felsenküste einschneiden, umrahmt von Kiefern und Klippen, mit Wasser in surreal schönen Türkis- und Smaragdtönen. Jede Cala hat ihren eigenen Charakter — von der erschlossenen Familienbucht bis zur wilden, nur zu Fuß erreichbaren Geheimbucht. Hier sind die Highlights:

Cala Mondragó (Parc Natural)★★★

Die Cala Mondragó ist vielleicht die perfekteste Bucht Mallorcas — und seit 1992 als Naturpark geschützt (Parc Natural de Mondragó, 785 Hektar). Eigentlich sind es zwei Strände: die größere S'Amarador und die kleinere, intimere Ses Fonts de n'Alis, verbunden durch einen kurzen Klippenweg.

S'Amarador ist ein breiter Sandstrand in einer tiefen, von Kiefern bewaldeten Bucht. Das Wasser ist so klar, dass man vom Klippenrand die Fische auf dem Grund sehen kann. Dahinter erstrecken sich Dünen und ein Feuchtgebiet mit Vögeln. Ses Fonts de n'Alis ist kleiner und geschützter — perfekt für Familien mit kleinen Kindern.

Der Naturpark bietet mehrere markierte Wanderwege (1–5 km) durch Kiefernwald, Macchia und entlang der Klippen. Vogelbeobachter finden hier Fischadler, Eleonorenfalken und Zwergscharben. Trotz Naturpark gibt es am Strand Liegenverleih (ca. 8€), eine kleine Bar und Toiletten.

Parkplatz: 5€/Tag (im Sommer schnell voll, ab 10 Uhr). Von Santanyí aus 6 km. Der Park ist frei zugänglich.

Cala Varques

Cala Varques ist Mallorcas berühmtester „Geheimstrand" — eine traumhaft schöne Bucht, die nur zu Fuß erreichbar ist. Vom Parkplatz (an einer unbefestigten Landstraße zwischen Porto Cristo und Cales de Mallorca) läuft man ca. 20–25 Minuten über einen steinigen Feldweg durch Macchia und Kiefernwald, bevor sich plötzlich die Bucht öffnet: eine Halbmondbucht mit feinem Sand, türkisem Wasser und Felsenklippen, die zum Klippenspringen einladen.

Die Cala Varques fühlt sich an wie eine Piratenbucht: keine Liegen, keine Bar, keine Infrastruktur — nur Natur pur. In den Klippen gibt es mehrere Höhlen (teilweise mit Süßwasserseen im Inneren!), die Kletterer und Abenteurer anziehen. Die Atmosphäre ist entspannt bis alternativ — hier trifft man eher Backpacker und Locals als Pauschalurlauber.

Bringe unbedingt genügend Wasser, Sonnenschutz und Essen mit — es gibt nichts vor Ort zu kaufen! Auch festes Schuhwerk für den Weg ist wichtig (keine Flip-Flops). Der Strand hat keinen Rettungsschwimmer.

Parken: Am Feldwegrand (kostenfrei, aber begrenzt). Im Sommer ab 11 Uhr oft kein Platz mehr. Koordinaten Parkplatz: ca. 39.5109, 3.3529.

💡 Tipp

Komme unter der Woche und vor 10 Uhr — dann ist die Cala Varques fast menschenleer. Am Wochenende im Hochsommer kann es überraschend voll werden. Die Höhlen links der Bucht sind faszinierend, aber nur mit Taschenlampe begehbar und auf eigene Gefahr.

Cala Llombards

Cala Llombards ist eine kleine, idyllische Bucht südlich von Santanyí — weniger bekannt als ihre berühmten Nachbarinnen, aber nicht weniger schön. Die Bucht schneidet sich als schmaler Fjord tief in die Sandsteinklippen ein, das Wasser schimmert türkis-smaragd, und die Atmosphäre ist ruhig und entspannt.

Der Strand ist klein (ca. 50 m breit), mit feinem Sand und einigen Felsen am Rand, die zum Schnorcheln einladen. Die Klippen bieten natürlichen Schatten am Nachmittag (links). Es gibt einen kleinen Kiosk mit Getränken und Eis, aber keine Liegen — Handtuch auf den Sand und genießen.

Oberhalb der Bucht liegt das Dorf Es Llombards mit einem winzigen Ortskern und einem Restaurant. Nur 2 km weiter befindet sich das berühmte Felsentor Es Pontàs — ein natürlicher Steinbogen im Meer, der zu den meistfotografierten Spots Mallorcas gehört und bei Deep-Water-Solo-Kletterern weltberühmt ist.

Parkplatz: direkt oberhalb der Bucht, kostenlos. Im Sommer früh kommen! Von Santanyí 5 km.

Cala Figuera

Cala Figuera ist kein Strand, sondern ein Fischerdorf — und eines der fotogensten auf ganz Mallorca. Die Bucht schneidet sich wie ein Y tief ins Land, an beiden Seiten klettern weiße Häuser mit grünen Fensterläden die Klippen hinauf, und am Wasser liegen die bunten Llaüts (mallorquinische Fischerboote) vertäut an den Bootshäusern.

Hier gibt es keinen Strand und keine Hotels — Cala Figuera lebt noch immer von der Fischerei. Morgens gegen 5–6 Uhr fahren die Fischer hinaus, gegen 17 Uhr kommen sie zurück. Dann ist die beste Zeit, um am Kai zu stehen und zuzuschauen, wie der Fang sortiert wird — ein Schauspiel, das seit Generationen gleich abläuft.

Entlang der Bucht gibt es einige ausgezeichnete Fischrestaurants, die direkt vom Boot kaufen: fangfrischer Fisch, Meeresfrüchte, Paella. Dazu ein Glas Weißwein mit Blick auf die Boote — das ist Mallorca von seiner schönsten Seite.

Am Ortseingang beginnt ein Küstenwanderweg (ca. 3 km, leicht) Richtung Cala Santanyí — entlang der Klippen mit spektakulären Ausblicken aufs offene Meer.

💡 Tipp

Cala Figuera ist kein Badeort — wer schwimmen will, fährt zur nahegelegenen Cala Santanyí (3 km) oder Cala Llombards (8 km). Aber für ein Mittagessen mit fangfrischem Fisch ist Cala Figuera unschlagbar. Restauranttipp: Bon Bar am Hafen (Tintenfisch vom Grill, ca. 14€).

Cala s'Amarador

Cala s'Amarador gehört zum Naturpark Mondragó und ist der größere der beiden Strände des Parks. Ein breiter, weißer Sandstrand in einer tiefen Bucht, umgeben von niedrigen Klippen und Pinienwäldern. Das Wasser ist karibisch klar — schnorcheln am Rand der Bucht ist hervorragend (Seegras-Wiesen mit Fischen, Seesternen, manchmal Oktopussen).

Die Bucht ist nach Süden offen, was bedeutet: ganztags Sonne, aber auch Wellengang bei Südwind. Hinter dem Strand erstreckt sich ein kleines Feuchtgebiet (Ses Fonts de n'Alis), das über einen Holzsteg überquert werden kann — ein Mini-Abenteuer für Kinder. Liegenverleih (ca. 8€/Tag) und eine kleine Strandbar gibt es im Sommer.

Vom Strand führt ein wunderschöner Klippenweg (ca. 15 Min.) zur Nachbarbucht Ses Fonts de n'Alis und weiter zum Aussichtspunkt Sa Font de n'Alis, der das gesamte Mondragó-Tal überblickt. Dieser Spaziergang ist auch mit Kindern gut machbar.

Zugang: über den Parkplatz Mondragó (5€/Tag) oder zu Fuß ab Cala d'Or (ca. 30 Min. Küstenweg). Naturpark frei zugänglich.

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