Lemuren — Madagaskars Kronjuwelen
Lemuren sind der Grund, warum die meisten Naturliebhaber nach Madagaskar kommen — und sie enttäuschen nie. Über 100 Arten in 5 Familien, von winzig bis groß, von nachtaktiv bis tagaktiv, von scheu bis zutraulich. Alle sind endemisch — es gibt sie nur auf Madagaskar.
Die Stars
- Indri (Indri indri): Der größte lebende Lemur (60–70 cm, kein Schwanz). Sein Gesang hallt kilometerweit durch den Regenwald. Andasibe ist der beste Ort. Vom Aussterben bedroht.
- Katta / Ringelschwanzmaki (Lemur catta): Der bekannteste Lemur mit dem schwarz-weiß geringelten Schwanz. Lebt in Gruppen im Süden (Isalo, Anja Reserve, Berenty). Sonnt sich morgens mit ausgebreiteten Armen — das ikonische Madagaskar-Bild.
- Sifaka: Die „tanzenden Lemuren" — sie bewegen sich am Boden in spektakulären seitlichen Sprüngen fort. Mehrere Arten: Verreaux-Sifaka (Süden), Diademe-Sifaka (Osten), Coquerel-Sifaka (Westen).
- Aye-Aye (Daubentonia madagascariensis): Das bizarrste Tier Madagaskars — nachtaktiv, mit riesigen Ohren, Nagetier-Zähnen und einem skelettartigen Mittelfinger, mit dem es Insektenlarven aus Baumrinden klopft. Auf der Île Roger bei Mananara oder im Ankanin'ny Nofy am Pangalanes-Kanal zu finden. Extrem selten.
- Mausmaki (Microcebus): Die kleinsten Primaten der Welt — manche Arten wiegen nur 30 Gramm! Nachtaktiv, auf Nachtwanderungen in fast jedem Waldgebiet zu finden. Ihre riesigen Augen leuchten im Taschenlampenlicht.
- Bambuslemuren: Spezialisiert auf Bambus, leben in Ranomafana und Andasibe. Der Goldene Bambuslemur frisst genug Cyanid (in bestimmtem Bambus), um einen Menschen zu töten — ein Rätsel der Evolution.
Bedrohung
95% aller Lemurarten sind vom Aussterben bedroht — die höchste Rate unter allen Primatengruppen weltweit. Die Hauptursachen: Brandrodung (Tavy) für Reisanbau, illegaler Holzeinschlag (Rosenholz), Jagd und Klimawandel. Die Schutzgebiete und Nationalparks sind der letzte Rückzugsort — dein Besuch und dein Eintrittsgeld tragen direkt zum Schutz bei.