Meiji-Restauration & Modernisierung (1868–1912)
1853 erzwangen amerikanische „Schwarze Schiffe" unter Commodore Matthew Perry die Öffnung Japans — nach 250 Jahren Isolation. Das Tokugawa-Shogunat brach zusammen, und der junge Kaiser Meiji übernahm 1868 die Macht. Was folgte, war eine der erstaunlichsten Transformationen der Weltgeschichte.
Innerhalb von nur 44 Jahren verwandelte sich Japan von einem feudalen Samurai-Staat in eine moderne Industriemacht:
- Abschaffung der Samurai-Klasse und des Feudalsystems
- Moderne Verfassung (1889, nach preußischem Vorbild)
- Eisenbahn, Telegraf, westliches Bildungssystem
- Industrialisierung nach britischem und deutschem Modell
- Moderne Armee (Sieg über China 1895, über Russland 1905 — Schock für die westliche Welt)
Der Wahlspruch der Meiji-Ära: „Fukoku Kyōhei" (Reicher Staat, starkes Militär). Japan studierte systematisch die besten Systeme der Welt und adaptierte sie: deutsches Recht, britische Marine, französische Kunst, amerikanische Bildung. Das Ergebnis war eine einzigartige Mischung aus westlicher Moderne und japanischer Tradition, die das Land bis heute prägt.
Die Kehrseite: Die Modernisierung ging mit aggressivem Imperialismus einher — Korea wurde 1910 annektiert, die Mandschurei besetzt, und der Weg zum Zweiten Weltkrieg begann.