Gesundheit & Medizinische Versorgung
Island hat ein erstklassiges Gesundheitssystem — die Lebenserwartung gehört zu den höchsten der Welt (84 Jahre). Die medizinische Versorgung ist modern und flächendeckend, allerdings in abgelegenen Gebieten eingeschränkt.
Medizinische Versorgung
- Landspítali (Universitätskrankenhaus Reykjavík): Das Hauptkrankenhaus Islands mit Notaufnahme — rund um die Uhr geöffnet. Adresse: Hringbraut, 101 Reykjavík, Tel: +354 543 1000
- Akureyri-Krankenhaus: Das zweitgrößte Krankenhaus im Norden. Für Notfälle im Nordisland
- Gesundheitszentren (Heilsugæslustöðvar): In fast jedem größeren Ort. Öffnungszeiten meist Mo–Fr 8–16 Uhr. Ohne Termin möglich, aber mit Wartezeit
- Apotheken (Apótek): In Reykjavík und allen größeren Orten. Viele Medikamente, die in Deutschland rezeptfrei sind, sind in Island verschreibungspflichtig
EHIC-Karte (Europäische Krankenversicherungskarte)
Als EU/EWR-Bürger hast du mit der EHIC-Karte (auf der Rückseite deiner deutschen Krankenkassenkarte) Anspruch auf medizinische Grundversorgung zu den gleichen Konditionen wie Isländer. Das heißt: Du zahlst den isländischen Eigenanteil (ca. 6.000–10.000 ISK / 40–67€ für einen Arztbesuch). Eine Auslandskrankenversicherung ist trotzdem dringend empfohlen — sie deckt Rücktransport, Bergrettung und Behandlungskosten über die Grundversorgung hinaus ab.
Typische Gesundheitsrisiken
- Kälte und Unterkühlung: Das häufigste Problem, besonders bei Wanderungen und Gletschertouren. Nasse Kleidung + Wind = gefährlich. Zwiebelprinzip und Reservekleidung im Rucksack!
- Verbrennungen durch heiße Quellen: Die zweithäufigste Touristenverletzung. Geothermalwasser kann 80–100°C heiß sein. NIEMALS in unmarkierte Quellen steigen, immer erst die Temperatur testen
- Sonnenbrand: Ja, auch auf Island! Die UV-Strahlung ist durch die dünne Atmosphäre und Reflexion auf Gletschern und Schnee überraschend stark. Sonnencreme (LSF 50) und Sonnenbrille gehören ins Gepäck
- Blasen: Bei langen Wanderungen auf unebenem Gelände. Wanderschuhe vorher einlaufen, Blasenpflaster mitnehmen
- Mücken am Mývatn: Der Name bedeutet „Mückensee" — und das ist kein Witz. Im Sommer (Juni–August) können die Mückenschwärme extrem sein. Ein Kopfnetz und DEET-Spray helfen. Die Mücken stechen nicht, aber sie kriechen in Augen, Nase und Mund
- Höhenkrankheit: Kein Risiko auf Island — der höchste Punkt ist der Hvannadalshnjúkur mit nur 2.110 Metern
Reiseapotheke
Empfohlene Mittel für die Island-Reise:
- Schmerzmittel (Ibuprofen/Paracetamol)
- Pflaster, Blasenpflaster (Compeed), Wunddesinfektion
- Mittel gegen Reiseübelkeit (für Walbeobachtungstouren und raue See!)
- Sonnencreme LSF 50 + Lippenpflege mit UV-Schutz
- Insektenschutz (DEET) für die Mývatn-Region
- Augentropfen (gegen Wind und Sand)
- Persönliche Dauermedikation in ausreichender Menge
💡 Tipp
Schließe UNBEDINGT eine Auslandskrankenversicherung ab, die auch Bergrettung und Hubschrauber-Rettung abdeckt. Eine Rettung aus dem Hochland oder von einem Gletscher kann zehntausende Euro kosten. Die ICE-SAR-Rettungsteams retten dich kostenlos, aber der Hubschraubereinsatz und die Krankenhausbehandlung werden in Rechnung gestellt. Gute Reiseversicherungen gibt es ab 10€ pro Reise.