Essen & Nachtleben
Reykjavíks Foodszene
Für eine Stadt dieser Größe hat Reykjavík eine erstaunlich vielfältige Gastronomieszene. Von Michelin-empfohlenen Restaurants bis zum legendären Hotdog-Stand — hier isst du so gut wie nirgendwo sonst auf der Insel.
Die Klassiker
- Bæjarins Beztu Pylsur: Islands berühmtester Hotdog-Stand am Hafen (seit 1937). Der „Eina með öllu" (einer mit allem: Röstzwiebeln, rohe Zwiebeln, Ketchup, süßer Senf, Remoulade) ist Pflicht. 590 ISK (4€). Bill Clinton bestellte hier 2004 — ohne Senf. Die Isländer verziehen ihm nie
- Sægreifinn (Sea Baron): Am Hafen, berühmt für die Hummersuppe (Langoustine Soup) — ein Muss! Ca. 2.800 ISK (19€). Der rustikale Charme mit den Fischnetzen und alten Booten ist authentisch. Auch Walspieße und gegrillter Fisch auf Stäbchen
- Hlemmur Mathöll: Die Food Hall in der ehemaligen Busstation — verschiedene Stände mit isländischer, asiatischer, mexikanischer und internationaler Küche. Perfekt zum Probieren und deutlich günstiger als einzelne Restaurants. Highlights: Flatey Pizza (beste Pizza Islands) und Kröst (exzellentes Fried Chicken)
Fine Dining & gehobene Küche
- Dill: Islands einziges Michelin-Stern-Restaurant (seit 2017). Chef Gunnar Karl Gíslason serviert ein 7-Gänge-Menü (ab 24.900 ISK/166€) mit ausschließlich nordischen Zutaten — fermentiert, gepökelt, geräuchert und aus der Erde. Reservierung Wochen vorher nötig
- Grillið: Fine Dining im 8. Stock des Saga Hotels mit 360°-Panoramablick über Reykjavík. Seit Jahrzehnten die gehobene Institution der Stadt. Degustationsmenü ab 19.900 ISK (133€). Für besondere Anlässe — die Aussicht allein ist den Preis wert
- Grillmarkaðurinn (Grillmarket): Moderne isländische Küche mit lokalen Zutaten — Lamm, Fisch, Langoustine. Stilvolles Ambiente im Keller. 15.000–25.000 ISK pro Person (100–167€)
- Óx: Das exklusivste Erlebnis: Nur 11 Plätze, im Keller von Sumac. Der Chef kocht ein intimes Menü direkt vor dir. Ab 39.990 ISK (267€). Monate voraus buchen!
Mittelklasse & Empfehlungen
- Messinn: Fisch-Restaurant mit Pfannengerichten — frischer Fang des Tages in gusseisernen Pfannen. Fantastisches Preis-Leistung-Verhältnis für Reykjavík. Hauptgericht ab 3.900 ISK (26€)
- Café Loki: Direkt gegenüber der Hallgrímskirkja. Traditionelle isländische Küche: Plokkfiskur, Lammsuppe, Roggenbrot, und das berüchtigte Hákarl-Probierset (fermentierter Hai mit Brennivín). Der beste Ort, um mutig zu sein
- Snaps Bistro Bar: Französisch-isländische Küche, hervorragendes Mittagsmenü. Gemütliche Atmosphäre, bei Einheimischen beliebt
- Fish Market (Fiskmarkaðurinn): Sushi und isländische Fusion-Küche — klingt seltsam, funktioniert fantastisch. Besonders die Langoustine-Tempura
Budget-Tipps
- Noodle Station: Authentische thailändische Nudelsuppen für 1.890 ISK (13€) — das günstigste warme Essen in der Innenstadt
- Bónus Supermarkt: Der günstigste Supermarkt Islands (erkennbar am rosa Schweinchen-Logo). Hier kochen Backpacker
- Bakari Sandholt: Die beste Bäckerei Reykjavíks — Croissants, Zimtschnecken und Roggenbrot. Frühstück ab 1.500 ISK (10€)
Rúntur — Islands Kneipentour
Das isländische Nachtleben ist legendär — und bizarr. Unter der Woche ist die Innenstadt menschenleer. Aber am Freitag- und Samstagabend verwandelt sich Reykjavík:
- Die Isländer „vorglühen" zu Hause (Alkohol in Bars ist extrem teuer: 1.500–2.000 ISK/10–13€ pro Bier)
- Ab 23:30 Uhr füllen sich die Bars und Clubs am Laugavegur
- Das Feiern geht bis 4–5 Uhr morgens — der Rúntur (wörtlich: „Rundtour") bedeutet, von Bar zu Bar zu ziehen. Die Stimmung ist ausgelassen, offen und inklusiv
Craft Beer Szene
Bemerkenswert für ein Land, in dem Bier bis 1989 verboten war: Reykjavíks Craft-Beer-Szene ist explodiert. Die besten Adressen:
- Micro Bar: Die beste Auswahl an isländischem Craft Beer — 14 Zapfhähne mit wechselnden Bieren von Borg, Einstök, Gæðingur und mehr. Klein, gemütlich, kenntnisreiche Barkeeper
- Skúli Craft Bar: 14 Hähne, dazu Hunderte Flaschenbiere. Die besten IPAs Islands
- Kaldi Bar: Die Hausbrauerei von Kaldi (Islands beliebteste Craftbier-Marke aus Árskógssandur in Nordisland). Gemütlich, gutes Essen
- Bjórgarðurinn (Beer Garden): Der biergarten-ähnlichste Ort Reykjavíks mit großer Terrasse
- Kaffibarinn: Die kultigste Bar Reykjavíks — einst Miteigentümer von Damon Albarn (Blur/Gorillaz). Tagsüber Café, nachts Club. Am Wochenende Schlange vor der Tür
- Lebowski Bar: Big-Lebowski-Thema, White Russians und Bowlingkugel-Lampen. Skurril und sympathisch
💡 Tipp
Kaufe Alkohol im Duty Free am Flughafen Keflavík bei der Ankunft — das ist der mit Abstand günstigste Ort auf Island. Die staatlichen Alkoholläden (Vínbúðin) sind teuer, und in Bars zahlst du 10–13€ pro Bier. Supermärkte verkaufen kein Bier mit mehr als 2,25% Alkohol. Für den Rúntur: Vorglühen zu Hause ist keine Schande, sondern isländische Tradition!