Musik, Film & Popkultur
Musik — Islands größter Kulturexport
Für ein Land mit nur 390.000 Einwohnern produziert Island eine unverhältnismäßig große Anzahl an Weltklasse-Musikern. Die Musikszene ist eng vernetzt, experimentierfreudig und international extrem erfolgreich:
- Björk: Islands berühmteste Künstlerin — avantgardistische Elektronik, operatischer Gesang, legendäre Kostüme (das Schwan-Kleid bei den Oscars 2001!). Aufgewachsen in Breiðholt, einem Vorort von Reykjavík. Ihr Album „Homogenic" (1997) gilt als eines der besten der 1990er Jahre
- Sigur Rós: Post-Rock-Band aus Reykjavík, bekannt für ätherische Klanglandschaften, Falsettgesang und die Fantasiesprache „Vonlenska". Ihr Album „( )" hat keine Songtitel und keinen Text in irgendeiner realen Sprache. Perfekte Musik für die isländische Landschaft
- Of Monsters and Men: Indie-Folk-Band, deren Hit „Little Talks" 2012 weltweit einschlug. Sie gewannen den isländischen Musikwettbewerb Músíktilraunir und wurden quasi über Nacht international berühmt
- Kaleo: Blues-Rock aus Reykjavík — ihr Song „Way Down We Go" war in über 20 TV-Serien zu hören
- GusGus: Elektronische Musik mit isländischem Flair — seit den 1990ern eine Clubinstitution
- Ásgeir: Singer-Songwriter, dessen Debütalbum „Dýrð í dauðaþögn" (2012) von jedem zehnten Isländer gekauft wurde
Das Iceland Airwaves Festival (jährlich im November in Reykjavík) ist das wichtigste Musikfestival des Landes — internationale Acts und isländische Newcomer spielen in Clubs, Kirchen, Plattenläden und sogar in Schwimmbädern quer durch die Stadt. Tickets ab ca. 25.000 ISK (167€).
Film & TV
Islands dramatische Landschaften sind ein beliebter Drehort für internationale Produktionen:
- Game of Thrones: Nordisland und die Westfjorde dienten als „jenseits der Mauer". Grjótagjá (Mývatn) war Jon Snows Höhle, der Kirkjufell auf Snæfellsnes war der Arrowhead Mountain, und Þingvellir diente als Weg zum Eyrie (Bluttor)
- Interstellar (2014): Der Svínafellsjökull-Gletscher war „Dr. Manns Planet" — die eisige Welt, auf der Matt Damon gestrandet war
- Prometheus (2012): Die Eröffnungsszene am Dettifoss-Wasserfall — der außerirdische Engineer opfert sich am mächtigsten Wasserfall Europas
- The Secret Life of Walter Mitty (2013): Große Teile des Films wurden auf Snæfellsnes und in Stykkishólmur gedreht. Die Skateboard-Szene auf der Straße nach Grundarfjörður ist ikonisch
- Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga (2020): Will Ferrell und Rachel McAdams als isländisches Eurovision-Duo. Húsavík wurde zum Drehort, und der Song „Húsavík" wurde tatsächlich für den Oscar nominiert
- Star Wars: Rogue One (2016): Die schwarzen Sandstrände nahe Vík dienten als außerirdische Landschaft
- Fast & Furious 8 (2017): Die Eröffnungsszene auf dem zugefrorenen Mývatn-See
Jólabókaflóð — Islands Bücher-Tradition
Jeden Herbst erscheint der Bókatíðindi — ein Katalog aller Neuerscheinungen, der an jeden isländischen Haushalt verteilt wird. An Heiligabend verschenken die Isländer traditionell Bücher und verbringen den Abend lesend mit Schokolade — dieses Ritual heißt Jólabókaflóð (Weihnachtsbücherflut). Island hat die höchste Buchpublikationsrate pro Kopf der Welt, und es heißt, jeder zehnte Isländer veröffentlicht irgendwann in seinem Leben ein Buch.