Geschichte der Dominikanischen Republik · Abschnitt 4/5

Die Trujillo-Diktatur (1930–1961)

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Die Trujillo-Diktatur (1930–1961)

Keine Figur hat die Dominikanische Republik so geprägt wie Rafael Leónidas Trujillo Molina — der brutalste Diktator der karibischen Geschichte, der das Land 31 Jahre lang mit eiserner Faust regierte.

Trujillo kam 1930 durch einen Militärputsch an die Macht. Formal war er nicht immer Präsident (er setzte Marionettenpräsidenten ein), aber die Kontrolle lag immer bei ihm. Er nannte sich „El Jefe" (Der Chef), „Benefactor de la Patria" und „Padre de la Patria Nueva". Die Hauptstadt Santo Domingo wurde in Ciudad Trujillo umbenannt, der höchste Berg (Pico Duarte) in Pico Trujillo.

Kontrolle und Terror

Trujillo kontrollierte geschätzt 80% der Wirtschaft des Landes persönlich. Er besaß die Zuckermühlen, die Tabakfabriken, die Banken, die Fluggesellschaft und sogar die Prostituierten-Lizenzen. Seine Geheimpolizei SIM (Servicio de Inteligencia Militar) überwachte jeden Aspekt des Lebens. Kritiker verschwanden, wurden gefoltert oder ermordet.

Das Massaker von 1937

Im Oktober 1937 ordnete Trujillo das Massaker an haitianischen Einwanderern in der Grenzregion an. In fünf Tagen wurden zwischen 12.000 und 35.000 Haitianer mit Macheten ermordet (daher der Name „El Corte" — „Das Schneiden"). Soldaten identifizierten Haitianer angeblich, indem sie ihnen ein Bündel Petersilie (perejil) zeigten — wer das rollende „r" nicht aussprechen konnte, wurde getötet. Es war einer der schlimmsten Genozide der westlichen Hemisphäre im 20. Jahrhundert.

Das Ende

Am 30. Mai 1961 wurde Trujillo auf einer Landstraße bei Santo Domingo von einer Gruppe von Verschwörern (teilweise mit CIA-Unterstützung) erschossen. Sein blauer Chevrolet Bel Air, durchlöchert von Kugeln, steht heute im Museo Memorial de la Resistencia Dominicana in der Zona Colonial — ein Pflichtbesuch für jeden, der die dominikanische Seele verstehen will.

Die Trujillo-Ära hinterließ tiefe Narben: eine traumatisierte Gesellschaft, eine Kultur des Misstrauens und des Autoritarismus, und ein kompliziertes Verhältnis zu Haiti, das bis heute nachwirkt.

Achtung

Die Trujillo-Ära und besonders das Haitianer-Massaker von 1937 sind für viele Dominikaner ein schmerzhaftes Thema. Manche ältere Dominikaner sprechen trotz allem positiv über Trujillo („er brachte Ordnung"). Sei sensibel — höre zu, urteile nicht.

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