Kunst & Kultur · Abschnitt 1/3

Kunsthandwerk & Traditionen

🇨🇷 Costa Rica Reiseführer

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Kunsthandwerk & Traditionen

★★★ Carretas — Die bunten Ochsenkarren (UNESCO)

Die bemalten Ochsenkarren (Carretas) sind Costa Ricas bekanntestes Kultursymbol und seit 2005 UNESCO-Weltkulturerbe. Ursprünglich im 19. Jahrhundert als Transportmittel für Kaffee gebaut, entwickelte sich das Bemalen der Karren zu einer Kunstform: Jede Region hatte ihr eigenes Muster, und die Bauern wetteiferten um den schönsten Wagen.

Heute sind die Carretas vor allem dekorativ, aber die Tradition lebt weiter: In Sarchí, dem Zentrum der Carreta-Herstellung (30 km nordwestlich von San José), kann man die Werkstätten besuchen und zusehen, wie die Wagen in akribischer Handarbeit bemalt werden. Die Fábrica de Carretas Eloy Alfaro ist die älteste Werkstatt — seit 1923 in Betrieb. Vor dem Ort steht die größte Carreta der Welt (Guinness-Buch). Eine Miniatur-Carreta als Souvenir kostet ab 5.000 CRC — das authentischste Mitbringsel aus Costa Rica.

★★ Boruca-Masken

Die Boruca sind eines der wenigen verbliebenen indigenen Völker Costa Ricas. Ihre bekannteste Tradition ist das Fiesta de los Diablitos (Fest der Teufelchen), das jedes Jahr vom 30. Dezember bis 2. Januar gefeiert wird: Ein ritueller Kampf zwischen „Diablitos" (den Boruca, dargestellt durch handgeschnitzte Masken) und dem „Toro" (dem spanischen Stier — Symbol der Kolonisatoren). Am Ende gewinnen immer die Diablitos — eine symbolische Umkehrung der Geschichte.

Die handgeschnitzten und bunt bemalten Boruca-Masken aus Balsaholz sind begehrte Sammlerstücke und kosten direkt beim Schnitzer 20.000–100.000 CRC (35–170 USD), je nach Größe und Aufwand. In Souvenirläden in San José zahlt man das Drei- bis Fünffache. In der Boruca-Gemeinde (Provinz Puntarenas, 4h südöstlich von San José) kann man Schnitzern bei der Arbeit zusehen und Masken direkt kaufen.

★ Cimarrona-Musik

Die Cimarrona ist eine traditionelle Blaskapelle, die bei Fiestas, Stierkämpfen (Tico-Stierkämpfe sind unblutig — der Stier wird nicht verletzt!) und religiösen Festen spielt. Die Musik ist laut, fröhlich und ansteckend. In den ländlichen Regionen Guanacaste und des Zentraltals hört man sie besonders rund um den 15. September (Unabhängigkeitstag) und bei den „Fiestas Cívicas" (Volksfeste mit Stierläufen, Rodeo und Tanz).

Zeitgenössische Kunstszene

San Josés Kunstszene ist klein, aber wachsend. Die wichtigsten Anlaufpunkte:

  • MADC (Museo de Arte y Diseño Contemporáneo): In der ehemaligen Likörfabrik, zeigt zeitgenössische Kunst aus ganz Zentralamerika. Freier Eintritt!
  • Museo de Arte Costarricense (MACC): Im ehemaligen Flughafen-Terminal im Parque La Sabana. Die beste Sammlung costa-ricanischer Kunst von der Kolonialzeit bis heute.
  • Barrio Escalante: Der kreative Hotspot: Galerien, Cafés, Street Art und Gastronomie in alten Herrenhäusern. Jeden ersten Donnerstag im Monat gibt es einen „Gallery Walk" durch die Galerien der Stadt.
  • Street Art in San José: In den letzten Jahren haben Künstler die Wände der Stadt erobert — besonders in Barrio Amón, Barrio Escalante und entlang der Avenida Central. Die Murals erzählen Geschichten von Natur, indigener Kultur und Pura Vida.

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