Salvador da Bahia
★★★ Salvador — Das afrikanische Herz Brasiliens
Salvador da Bahia ist die kulturelle Seele Brasiliens — die Stadt, in der die afro-brasilianische Identität am stärksten pulsiert. Als erste Hauptstadt Brasiliens (1549–1763) und größter Sklavenhafen der Neuen Welt hat Salvador ein einzigartiges Erbe: Capoeira, Candomblé, Axé-Musik, Acarajé und eine Lebensfreude, die selbst Rio in den Schatten stellt.
80% der Einwohner Salvadors sind afro-brasilianischer Herkunft — die Stadt fühlt sich kulturell näher an Lagos oder Luanda als an São Paulo. Das spiegelt sich in der Küche (westafrikanische Einflüsse mit Kokosmilch, Palmöl und Okra), der Musik (Axé, Olodum-Trommeln, Samba de Roda) und der Religion (Candomblé, eine synkretistische Religion mit afrikanischen Orixás und katholischen Heiligen).
★★★ Pelourinho (Centro Histórico)
Das UNESCO-Welterbe Pelourinho ist ein farbenfrohes Labyrinth aus kolonialen Gebäuden aus dem 17.–19. Jahrhundert: pastellfarbene Fassaden, barocke Kirchen, Kopfsteinpflaster und Plätze, auf denen Capoeira-Runden und Trommelgruppen das Straßenbild bestimmen. Der Name „Pelourinho" (Pranger) erinnert an die dunkle Geschichte: Hier wurden Sklaven öffentlich bestraft.
- Igreja e Convento de São Francisco: Die „Goldene Kirche" — innen komplett mit Blattgold überzogen. Eines der prächtigsten Barockgebäude Amerikas. Eintritt 8 BRL.
- Fundação Casa de Jorge Amado: Museum über Bahias berühmtesten Schriftsteller, dessen Romane (Gabriela, Dona Flor) die Kultur Salvadors weltweit bekannt machten.
- Dienstagabend (Terça da Bênção): Jeden Dienstag findet im Pelourinho ein riesiges Straßenfest mit Live-Musik, Olodum-Trommeln und Samba statt. Nicht verpassen!
★★ Elevador Lacerda
Der ikonische Aufzug (1873) verbindet die Ober- und Unterstadt über 72 Höhenmeter. Die Fahrt dauert 30 Sekunden, kostet fast nichts (0,15 BRL!) und bietet einen spektakulären Blick über die Allerheiligen-Bucht (Baía de Todos os Santos). In der Unterstadt liegt der Mercado Modelo — ein touristischer, aber sehenswerter Markt in einem ehemaligen Zollhaus.
Capoeira erleben
Capoeira — der tänzerische Kampfsport, den versklavte Afrikaner im 16. Jahrhundert in Bahia entwickelten — ist in Salvador allgegenwärtig. Im Pelourinho finden täglich Rodas (Kreise) statt, in denen Meister und Schüler zum Rhythmus der Berimbau kämpfen/tanzen. Schnupperkurse für Touristen gibt es bei vielen Akademien (ab 50 BRL/Stunde).
💡 Tipp
Probiere unbedingt Acarajé — das Signature-Street-Food Salvadors: frittierte Bällchen aus Bohnenpaste, gefüllt mit Vatapá (Shrimps-Paste), Caruru (Okra-Sauce) und Pimenta. Am besten bei den „Baianas" (traditionelle Straßenverkäuferinnen in weißer Tracht) am Largo do Pelourinho. Ab 8 BRL.