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Nordküste & Cap Bon · Abschnitt 4/4

Cap Bon: Hammamet, Nabeul & Kelibia

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Cap Bon: Hammamet, Nabeul & Kelibia

Die Halbinsel Cap Bon ragt wie ein Finger ins Mittelmeer hinein — Sizilien ist nur 140 km entfernt. Die fruchtbarste Region Tunesiens (Weinberge, Zitrushaine, Jasminfelder) ist gleichzeitig das wichtigste Tourismusgebiet des Landes.

★★★ Hammamet

Tunesiens bekanntester Badeort und Geburtsstätte des tunesischen Tourismus. In den 1920er Jahren entdeckte die europäische Elite den Ort — der rumänische Millionär George Sebastian baute hier seine berühmte Villa (heute Kulturzentrum), Oscar Wilde und Gustave Flaubert waren bereits früher zu Gast.

Hammamet teilt sich in zwei Bereiche:

  • Hammamet-Medina: Die charmante, kleine Altstadt am Meer mit Kasbah, Souks und Fischrestaurants. Die Kasbah (Festung, 15. Jh.) bietet von der Mauer einen herrlichen Blick über die Bucht. Weniger hektisch als Sousse oder Tunis.
  • Hammamet-Yasmine: Die moderne Touristenzone 10 km südlich mit großen Resorts, Yachthafen (Marina), Wasserpark und einer nachgebauten Medina (kitschig, aber beliebt). Hier sind die großen All-Inclusive-Hotels.

Die Strände von Hammamet gehören zu den schönsten Tunesiens: feiner, goldener Sand, seichtes, warmes Wasser, ideal für Familien.

Anreise: Louage ab Tunis (1h, 3€). Bus (1,5h). Zug nach Bir Bou Regba + Taxi (30 Min.).

★★ Nabeul

Die Hauptstadt von Cap Bon, nur 10 km nördlich von Hammamet, ist bekannt für drei Dinge: Keramik, Orangenblütenwasser und den größten Freitagsmarkt Tunesiens.

  • Keramik-Werkstätten: Nabeul ist Tunesiens Keramik-Hauptstadt. Entlang der Avenue Habib Bourguiba reihen sich Geschäfte mit handbemalter Keramik — von Tellern über Fliesen bis zu Vasen. In den Werkstätten am Stadtrand kann man den Töpfern bei der Arbeit zusehen.
  • Freitagsmarkt: Der wöchentliche Souk von Nabeul ist ein Spektakel. Tausende kommen, um frisches Obst, Gewürze, Keramik, Kleidung und Haushaltswaren zu kaufen. Authentisch, laut, bunt — und touristenfrei.
  • Orangenblütenfest (April): Nabeul feiert seine Orangenblüte mit einem Fest voller Blumenwagen, Musik und Tanz. Das destillierte Orangenblütenwasser (Eau de fleur d'oranger) ist in der tunesischen Küche und Kosmetik allgegenwärtig.
  • Archäologisches Museum: Klein, aber fein — mit Funden aus der punischen Stadt Neapolis, die unter dem heutigen Nabeul liegt.

Anreise: Louage ab Hammamet (15 Min., 1€). Louage ab Tunis (1,5h, 3€).

★★ Kelibia

Die Festungsstadt an der Ostküste von Cap Bon ist ein unterschätzter Geheimtipp. Die gewaltige byzantinische Festung (6. Jh., auf punischen Fundamenten) thront 150 Meter über dem Meer und bietet den vielleicht schönsten Küstenblick Tunesiens — bei klarer Sicht bis nach Sizilien.

  • Festung von Kelibia: Die am besten erhaltene byzantinische Festung Tunesiens. Die Mauern stammen aus verschiedenen Epochen — punisch, römisch, byzantinisch, arabisch. Oben: Panoramablick, der den Atem raubt.
  • Strand von Mansourah: 2 km nördlich liegt einer der schönsten Strände Tunesiens — eine geschwungene Sandbucht mit kristallklarem Wasser, die selbst im Hochsommer nicht überlaufen ist.
  • Fischerei: Kelibia ist Tunesiens wichtigster Fischerhafen. Am Hafen gibt es exzellente Fischrestaurants, in denen der Fang des Tages direkt auf den Grill kommt.
  • Muscat-Wein: Die Region produziert den berühmten Muscat de Kelibia — einen süßen, aromatischen Weißwein, der zu den besten tunesischen Weinen gehört.

Anreise: Louage ab Nabeul (45 Min., 2€) oder ab Tunis (2h, 4€).

★ El Haouaria

An der Nordspitze von Cap Bon liegt das kleine Dorf El Haouaria, bekannt für zwei ungewöhnliche Attraktionen:

  • Römische Steinbrüche (Ghar el-Kebir): Riesige unterirdische Höhlen, aus denen die Römer (und vor ihnen die Karthager) den Sandstein für den Bau von Karthago brachen. Die Höhlen reichen 100 Meter tief in den Felsen — ein beeindruckendes Erlebnis.
  • Falkenjagd: El Haouaria pflegt eine uralte Tradition der Falknerei. Jeden Juni findet ein Falknereiefestival statt, bei dem Greifvögel vorgeführt werden. Die Zugvögel, die Cap Bon auf dem Weg nach Sizilien überqueren, machen die Region zu einem Paradies für Vogelbeobachter.

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