Cala Pi & Südwest-Buchten
Cala Pi ist eine der dramatischsten Buchten Mallorcas — und ein Geheimtipp, der es noch nicht in jeden Reiseführer geschafft hat. Eine tiefe, fjordartige Bucht schneidet sich zwischen 30 Meter hohe, senkrechte Kalksteinklippen ins Land. Unten: ein schmaler Sandstrand, darüber ein altes Wachtturm-Ruine (Torre de Cala Pi, 17. Jh.), rundherum nichts als Natur. Der Zugang erfolgt über eine steile Steintreppe (147 Stufen), die in den Fels gehauen ist — atemberaubend, aber nichts für Gehbehinderte oder kleine Kinder ohne Aufsicht.
Das Wasser in der Bucht ist so klar, dass man jeden Stein am Grund sehen kann. Da die Bucht nach Süden geschützt ist, bleibt das Meer meist ruhig — ideal zum Schnorcheln entlang der Felswände, wo Fische in den Unterwasserhöhlen Schutz suchen. Der Strand ist klein (ca. 50 Meter breit), daher im Hochsommer recht voll. Am besten morgens oder ab 16 Uhr kommen.
Oberhalb der Bucht liegt die gleichnamige Urbanización Cala Pi, eine ruhige Ferienhaussiedlung mit einigen Restaurants und einem kleinen Supermarkt. Hier gibt es auch kostenlose Parkplätze (ca. 5 Minuten Fußweg zum Treppenabstieg).
Weitere Buchten im Südwesten
Cala Llombards liegt 20 Autominuten östlich und ist ebenfalls ein Naturjuwel: eine kleine Sandbucht zwischen goldenen Felswänden, die an eine Miniaturversion der Algarve erinnert. Der Zugang ist einfacher als bei Cala Pi (kein steiler Abstieg). Parken am Straßenrand oberhalb, ca. 5 Minuten Fußweg. Keine Infrastruktur am Strand — Getränke und Snacks mitbringen.
Caló des Moro — die Instagram-berühmte Nachbarbucht von Cala Llombards — liegt 10 Gehminuten südlich und bietet türkisfarbenes Wasser zwischen dramatischen Felsen. Allerdings: Seit die Bucht viral ging, ist sie im Sommer hoffnungslos überlaufen (Kapazität: ca. 150 Personen). Komme vor 9 Uhr oder gar nicht.
Cala Beltrán und Cala Marmols sind die wahren Geheimtipps: beide nur zu Fuß erreichbar (30 bzw. 90 Minuten Wanderung von der nächsten Straße), dafür garantiert menschenleer. Cala Marmols ist ein Traum — 40 Meter breiter Sandstrand, von Klippen umrahmt, kein Mensch in Sicht. Aber: unbedingt genug Wasser und Sonnenschutz mitnehmen, es gibt keinerlei Infrastruktur, und der Rückweg ist anstrengend.
💡 Tipp
Die perfekte Buchtentour: Morgens früh Cala Pi (Treppe runter, 2 Stunden baden), dann weiter nach Cala Llombards zum Mittagessen im Restaurant Es Pontàs oberhalb der Bucht (guter Fisch, moderate Preise). Nachmittags zurück über die Landstraße mit Stopp an der Cala Beltrán für Einsamkeit. Insgesamt ein entspannter Tagesausflug ab Palma (jeweils ca. 40 Min. Fahrt).