Kunst & Kultur
Tempel-Architektur
Die laotische Tempel-Architektur hat einen unverwechselbaren Stil, der sich deutlich von der thailändischen und kambodschanischen unterscheidet. Das Markenzeichen: Tiefe, geschwungene Dächer, die fast bis zum Boden reichen — eine Eleganz, die an europäische Landhäuser erinnert. Die Giebel sind mit aufwendigen Glasmosaiken (Goldgrund mit buntem Glas), Naga-Schlangen und Dok Champa (Frangipani, Nationalblume) verziert.
- Luang-Prabang-Stil: Besonders tiefe Dächer, filigrane Verzierungen, Goldmosaike. Bestes Beispiel: Wat Xieng Thong.
- Vientiane-Stil: Etwas höher und breiter, stärker vom thailändischen Rattanakosin-Stil beeinflusst. Beispiel: Haw Phra Kaew.
- Sim: Das Hauptgebäude eines laotischen Tempels, in dem die Buddhastatue steht und Zeremonien stattfinden.
Textil-Weberei
Die laotische Webkunst gehört zu den feinsten Textiltraditionen Asiens. Jede ethnische Gruppe hat eigene Muster, Farben und Techniken:
- Pha Sin: Der traditionelle Wickelrock der Laotinnen — aufwendig gewebt, mit geometrischen oder floralen Mustern. Wird noch täglich getragen (nicht nur für Touristen!).
- Hmong-Stickerei: Bekannt für ihre leuchtenden Farben und Kreuzstich-Muster, die Geschichten und kosmologische Karten erzählen.
- Seide: Luang Prabang ist ein Zentrum der Seidenweberei. Auf dem Nachtmarkt findest du handgewebte Schals ab 50.000 LAK. Für hochwertige Stücke: Ock Pop Tok Living Crafts Centre (Workshop + Shop am Mekong).
Khene-Musik (ແຄນ)
Die Khene ist das Nationalinstrument von Laos — ein Mundorgelinstrument aus Bambus, das einen einzigartigen, schwebenden Klang erzeugt. Ein Khene besteht aus 16 Bambusröhren in zwei Reihen, die in einen Holzresonator gesteckt werden. Der Spieler bläst und atmet gleichzeitig ein — ein Klang, der sofort an Laos erinnert.
Die Khene begleitet den Lam, den traditionellen laotischen Gesang — ein improvisierter Wechselgesang zwischen Mann und Frau, der Geschichten, Witze und Flirts enthält. Auf Festivals und Festen allgegenwärtig.
2017 wurde die Khene-Musik von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt.