Land & Leute · Abschnitt 1/4

Geschichte im Überblick

🇯🇴 Jordanien Reiseführer

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Geschichte im Überblick

Jordaniens Geschichte ist eine der ältesten der Menschheit — die Region war eine der ersten, die sesshaft besiedelt wurde, und liegt an der Schnittstelle dreier Kontinente.

Frühzeit & Antike

Die Ain-Ghazal-Siedlung bei Amman (7.000 v. Chr.) ist eine der ältesten bekannten Städte der Welt. Die berühmten Gips-Statuen von dort gehören zu den frühesten menschlichen Darstellungen überhaupt. Im 1. Jahrtausend v. Chr. beherrschten die Ammoniter (Hauptstadt: Rabbath Ammon, heute Amman), Moabiter und Edomiter die Region — alle drei sind aus der Bibel bekannt.

Die Nabatäer (4. Jh. v. Chr. – 106 n. Chr.)

Die Nabatäer waren ein arabisches Nomadenvolk, das sich in der Region südlich des Toten Meeres niederließ und ein Handelsimperium aufbaute, das die Weihrauch- und Gewürzrouten zwischen Arabien, Indien und dem Mittelmeer kontrollierte. Ihre Hauptstadt Petra wurde zu einer der reichsten und schönsten Städte der antiken Welt.

Die Nabatäer waren Meister der Wasserwirtschaft — sie entwickelten ausgeklügelte Systeme zur Sammlung und Speicherung von Regenwasser in der Wüste, die bis heute funktionieren. Ihre Kunst vereinte griechische, ägyptische und arabische Einflüsse zu einem einzigartigen Stil, der in Petra noch heute bewundert werden kann.

106 n. Chr. annektierte Kaiser Trajan das Nabatäerreich und machte es zur römischen Provinz Arabia Petraea. Petra verlor seine Bedeutung als Handelsstadt, und die Nabatäer gingen in der römischen Bevölkerung auf.

Römer, Byzantiner & Islam

Unter Rom blühte die Region: Jerash, Umm Qais (Gadara) und Philadelphia (Amman) wurden zu prächtigen Dekapolis-Städten. Nach der Teilung des Römischen Reiches gehörte Jordanien zum Byzantinischen Reich — die Mosaike von Madaba und die Kirchen auf dem Berg Nebo stammen aus dieser christlichen Epoche.

636 n. Chr. besiegten die muslimischen Armeen die Byzantiner in der Schlacht von Yarmuk (im heutigen Nordjordanien) — eine der entscheidendsten Schlachten der Weltgeschichte, die den gesamten Nahen Osten islamisch machte. Die Umayyaden (661–750) hinterließen die Wüstenschlösser, die Kreuzfahrer (12.–13. Jh.) die Burgen Kerak und Shobak, und Saladin die Festung Ajloun.

Osmanische Herrschaft & Arabischer Aufstand

Von 1516 bis 1918 war Jordanien Teil des Osmanischen Reiches — eine weitgehend vergessene Provinz, durch die lediglich die Pilgerroute nach Mekka führte (die Hedschasbahn). Das änderte sich im Ersten Weltkrieg: Sharif Hussein von Mekka rief 1916 den Arabischen Aufstand gegen die Osmanen aus, unterstützt von dem britischen Offizier T.E. Lawrence („Lawrence von Arabien"). Das Wadi Rum und Aqaba waren Schauplätze dieser legendären Revolte.

Das Haschemitische Königreich (seit 1921)

Nach dem Krieg teilten Briten und Franzosen den Nahen Osten unter sich auf (Sykes-Picot-Abkommen). 1921 gründete Winston Churchill das „Emirat Transjordanien" unter Abdullah I., dem Sohn Sharif Husseins. 1946 wurde das Land unabhängig als Haschemitisches Königreich Jordanien.

Seitdem regiert die haschemitische Dynastie — eine der ältesten Königsfamilien der Welt, die ihre Abstammung direkt auf den Propheten Mohammed zurückführt. König Hussein (1952–1999) führte das Land durch die Kriege mit Israel (1948, 1967) und den Palästinenserkonflikt und machte Jordanien zu einem verlässlichen Partner des Westens. Sein Sohn König Abdullah II. (seit 1999) setzt diese Politik fort.

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