Höflichkeit & soziale Regeln
Japan ist die höflichste Gesellschaft der Welt — und das ist kein Klischee. Die Höflichkeit durchdringt jeden Aspekt des Alltags, von der Art, wie man eine Visitenkarte überreicht (beidhändig, mit leichter Verbeugung) bis zur Tatsache, dass Japaner ihr Telefon im Zug auf stumm stellen (Manā Mōdo — „Manieren-Modus").
Die wichtigsten Regeln
- Verbeugung: Japans Handschlag. Je tiefer die Verbeugung, desto mehr Respekt. Für Touristen reicht eine leichte Verbeugung (15°). Verbeuge dich beim Grüßen, Danken und Entschuldigen.
- Leise sein: In Zügen, Bussen und Tempeln herrscht Ruhe. Nicht telefonieren, leise sprechen. Japaner empfinden Lautstärke als unhöflich.
- Schlange stehen: Japaner stehen IMMER ordentlich Schlange — an Bushaltestellen, vor Restaurants, am Bahnsteig (markierte Linien auf dem Boden). Vordrängeln ist ein schweres Vergehen.
- Schuhe ausziehen: Beim Betreten von Häusern, Tempeln, Ryokans und manchen Restaurants. Achte auf den Genkan (erhöhten Eingangsbereich) — Schuhe davor ausziehen, Hausschuhe anziehen. Für Toiletten gibt es separate Toilettenschuhe!
- Nase putzen: Sich in der Öffentlichkeit die Nase zu schnäuzen gilt als unhöflich. Hochziehen ist akzeptabler (das Gegenteil von Europa!).
- Visitenkarten: Falls geschäftlich: Karte beidhändig überreichen und entgegennehmen, kurz lesen, respektvoll auf den Tisch legen — niemals darauf schreiben oder in die Hosentasche stecken.
💡 Tipp
Als Tourist werden dir die meisten Fauxpas verziehen — Japaner wissen, dass Ausländer die Regeln nicht kennen, und sind nachsichtig. Aber der Versuch, die Regeln zu beachten, wird mit aufrichtiger Freude honoriert. Ein einfaches „Sumimasen" (Entschuldigung) öffnet alle Türen.