Dodekanes · Abschnitt 3/6

Kos

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Kos

Die drittgrößte Dodekanes-Insel (290 km²) ist das Gegenstück zu Rhodos: kleiner, entspannter, flacher und grüner. Kos ist vor allem als Geburtsort des Hippokrates bekannt — des Vaters der modernen Medizin — und als eine der fahrradfreundlichsten Inseln Griechenlands. Das Terrain ist überwiegend flach (nur im Südosten erhebt sich der Dikeos auf 846 m), was die Insel zum Radfahrer-Paradies macht.

Kos-Stadt überrascht mit einer Mischung aus antiken griechischen Ruinen, einer Johanniter-Festung, osmanischen Moscheen und italienischen Art-deco-Gebäuden — alles auf engstem Raum. Außerhalb der Stadt locken endlose Sandstrände, das Asklepieion (die antike Heilstätte des Hippokrates) und kleine Bergdörfer mit authentischen Tavernen.

Die Insel zieht ein jüngeres, sportliches Publikum an — Radfahrer, Surfer, Partygänger — aber auch Familien finden hier perfekte Bedingungen. Die Preise liegen unter denen von Rhodos, die Atmosphäre ist lockerer. Als Tagesausflug lohnt die Vulkaninsel Nisyros (50 Min. per Fähre), und auch Bodrum in der Türkei ist nur 20 Minuten entfernt.

Plane 3–4 Tage ein: 1 Tag Kos-Stadt + Asklepieion, 1 Tag Strände, 1 Tag Radtour oder Nisyros-Ausflug.

💡 Tipp

Kos ist die flachste Dodekanes-Insel — perfekt zum Radfahren! Überall Verleiher, ~5€/Tag. Die Strecke Kos-Stadt → Tigaki Beach (12 km) ist komplett flach und führt durch Salinen, wo man Flamingos sehen kann.

Kos-Stadt

Die Inselhauptstadt (19.000 Einwohner) ist ein faszinierendes Durcheinander von 2.500 Jahren Geschichte. Ein Erdbeben 1933 (während der italienischen Besatzung) zerstörte große Teile der Stadt — die anschließenden Ausgrabungen legten eine riesige antike Agora frei, die heute als Open-Air-Archäologiepark mitten in der Stadt liegt.

Am Hafen dominiert die massive Johanniterfestung Neratzia (14.–15. Jh.), verbunden mit dem Festland durch eine antike Brücke. Direkt daneben steht die berühmte Platane des Hippokrates — ein gewaltiger, über 500 Jahre alter Baum (nicht die originale aus dem 5. Jh. v. Chr., aber trotzdem beeindruckend), unter dem der Vater der Medizin angeblich seine Schüler unterrichtet haben soll. Der Baumstamm hat einen Umfang von 12 Metern und wird von einem Gerüst gestützt.

Hinter dem Hafen die Defterdar-Moschee (18. Jh.) am lebhaften Eleftherias-Platz — der soziale Mittelpunkt der Stadt mit Cafes unter Palmen. Südlich davon beginnt das Viertel mit dem Casa Romana (rekonstruierte römische Villa mit Mosaiken, 4€) und der antiken Agora.

Festung Neratzia

Die mächtige Kreuzritterfestung am Hafen wurde von den Johannitern im 14. und 15. Jahrhundert in zwei Bauphasen errichtet — teilweise mit Steinen der antiken Agora und des Asklepieions. Beeindruckende Mauern, Türme und ein Wassergraben. Innen wenig Ausstellung, aber der Blick vom Turm über den Hafen und zur türkischen Küste lohnt sich.

4€. Dienstag–Sonntag 8–20 Uhr (Sommer), 8–15 Uhr (Winter). Montags geschlossen.

Asklepieion★★

Asklepieion, 85300 Kos
April–Okt: 8–20 Uhr, Nov–März: 8–15 Uhr, Mo geschlossen
8€ (Erwachsene)

4 km südwestlich von Kos-Stadt liegt die bedeutendste archäologische Stätte der Insel — und eine der wichtigsten der antiken Medizingeschichte. Das Asklepieion war ein Heilzentrum, geweiht dem Gott der Heilkunst Asklepios, und die Schule des Hippokrates. Hier wurden ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. Kranke behandelt, Ärzte ausgebildet und medizinische Forschung betrieben.

Die Anlage erstreckt sich über drei Terrassen an einem Berghang mit spektakulärem Blick auf Kos-Stadt und die türkische Küste:

  • Unterste Terrasse: Römische Thermen und Patientenunterkünfte. Hier wurden die Kranken behandelt — mit Kräutermedizin, Diäten, Bädern und dem Schlaf im heiligen Bezirk (die Götter sendeten heilende Träume).
  • Mittlere Terrasse: Altäre und ein kleiner Tempel des Asklepios (4. Jh. v. Chr.). Hier fanden die religiösen Zeremonien statt.
  • Oberste Terrasse: Der große dorische Asklepios-Tempel (2. Jh. v. Chr.) — seine Säulen wurden teilweise wieder aufgerichtet und sind von weitem sichtbar. Daneben eine monumentale Freitreppe und ein heiliger Hain aus Zypressen.

Die Panoramaaussicht von der obersten Terrasse ist grandios: Kos-Stadt, der Hafen, das Meer und im Hintergrund die Berge der türkischen Halbinsel Bodrum. Hippokrates wusste, wo er seine Schule bauen musste.

Eintritt: 8€ (Erwachsene), 4€ (ermäßigt), unter 18 frei. April–Oktober: 8–20 Uhr. November–März: 8–15 Uhr. Montags geschlossen. Wenig Schatten — Sonnenschutz mitnehmen! Per Rad oder Auto erreichbar, auch ein Touristenzüglein fährt ab Kos-Stadt (3€ one-way).

💡 Tipp

Fahre mit dem Fahrrad zum Asklepieion — es sind nur 4 km und die letzte Steigung ist moderat. Der Rückweg bergab mit dem Panorama vor dir ist herrlich. Im kleinen Olivenhain vor dem Eingang gibt es einen Trinkwasserbrunnen.

Strände auf Kos

★★ Paradise Beach (Bubble Beach)

Der berühmteste Strand von Kos — und der Name ist kein Marketing-Versprechen. An der südwestlichen Spitze der Insel, nahe Kefalos, erstreckt sich ein langer, weißer Sandstrand mit türkisem Wasser und einer Besonderheit: An einigen Stellen steigen natürliche Gasblasen aus dem Meeresboden auf (vulkanische Aktivität!). Die Blasen sind ungefährlich und fühlen sich lustig an. Beach-Bar vor Ort, Liegen ab 6€/Set.

Südwestliche Inselspitze, ca. 40 km von Kos-Stadt. Bus oder Auto.

★★ Tigaki Beach

10 km langer, flacher Sandstrand an der Nordküste — das familienfreundlichste Ziel auf Kos. Goldener Sand, sanft abfallendes, seichtes Wasser, einige Beach-Bars und Tavernen, aber nie überlaufen. Per Rad von Kos-Stadt aus erreichbar (12 km, komplett flach). Entlang der Straße Salinen, in denen man von März bis Mai Flamingos beobachten kann!

12 km westlich von Kos-Stadt. Radweg vorhanden. Liegen 6€/Set.

Thermalquelle Embros Therme

Ein einzigartiges Badeerlebnis: Am Strand von Agios Fokas (8 km südöstlich von Kos-Stadt) sprudelt heißes, schwefelhaltiges Thermalwasser direkt aus den Felsen ins Meer. Ein natürlicher Pool zwischen den Felsen, wo sich das heiße Quellwasser (bis 50°C!) mit dem kühlen Meerwasser mischt. Kostenlos, aber es riecht nach Schwefel. Die Mineralien sollen gut für Haut und Gelenke sein.

Frei zugänglich, 24/7. Am angenehmsten morgens oder abends. 8 km südöstlich von Kos-Stadt, per Rad oder Auto.

Marmari Beach

Langer Sandstrand an der Nordküste, bekannt als Top-Spot für Windsurfen und Kitesurfen. Mehrere Surf-Schulen vor Ort. Auch ohne Board schön — weitläufig, nie zu voll, guter Sand.

Tagesausflug: Nisyros

Fähre ~12€ return, Krater 3€

Die kleine Insel Nisyros (41 km²) ist eine der beeindruckendsten Dodekanes-Inseln — und sie schlummert wörtlich auf einem aktiven Vulkan. Nur 50 Minuten per Fähre von Kos entfernt, erwartet dich eine Landschaft wie von einem anderen Planeten.

Der Vulkankrater Stefanos im Zentrum der Insel (Durchmesser 260 m) ist das Highlight. Man kann hinabsteigen und über den Kraterboden laufen — er bebt leicht unter den Füßen, überall zischen heiße Schwefel-Fumarolen aus Spalten, der Boden ist schwefelgelb und heiß. Ein surreales, fast apokalyptisches Erlebnis. Letzter größerer Ausbruch: 1888. Vulkanologen überwachen die Aktivität ständig — der Vulkan gilt als "ruhend", nicht erloschen.

Neben dem Krater lohnt das Bilderbuchdorf Mandraki (Inselhauptstadt): Weiß-blaue Häuser, eine Johanniter-Burg, das Kloster Panagia Spiliani (in einer Höhle über dem Dorf), und hervorragende Tavernen an der Hafenpromenade. Das verlassene Dorf Nikia am Kraterrand bietet einen atemberaubenden Blick in den Schlund.

Fähre ab Kardamena/Kos: ca. 50 Min., ~12€ return. Organisierte Tagesausflüge ab Kos ~25€ inkl. Transfer zum Krater. Kratereintritt: 3€. Am besten mit eigener Anreise und mehr Zeit — die organisierten Touren rasen durch.

Achtung

Im Vulkankrater feste Schuhe tragen — der Boden ist stellenweise heiß! Keine Flip-Flops. Wasser mitnehmen, kein Schatten. Nicht die markierten Wege verlassen — der Boden kann an manchen Stellen einbrechen.

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