Von den Illyrern zu den Osmanen
Die Illyrer, die antiken Vorfahren der Albaner, besiedelten den westlichen Balkan seit mindestens dem 2. Jahrtausend v. Chr.. Sie gründeten Stadtstaaten, prägten Münzen und kämpften gegen die expandierende römische Macht — Königin Teuta (3. Jh. v. Chr.) führte die illyrische Flotte sogar gegen Rom in den Krieg. Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. fiel Illyrien an das Römische Reich: Durrës (Dyrrachium) wurde zur wichtigsten Hafenstadt an der östlichen Adria, und die Via Egnatia verband Rom mit Konstantinopel quer durch albanisches Gebiet.
Byzantinische Ära & Skanderbeg
Nach der Teilung des Römischen Reiches (395 n. Chr.) gehörte Albanien zum Byzantinischen Reich. Burgen, Kirchen und Klöster entstanden — Berat und Gjirokastra zeigen noch heute diese byzantinische Schicht. Ab dem 14. Jahrhundert drangen die Osmanen in den Balkan vor.
Der albanische Widerstand gegen die Osmanen hat einen unsterblichen Helden: Gjergj Kastrioti Skanderbeg (1405–1468). Als Kind als Geisel an den osmanischen Hof verschleppt, konvertierte er zum Islam und stieg zum Militärkommandeur auf — nur um 1443 zu desertieren, zum Christentum zurückzukehren und einen 25 Jahre dauernden Widerstand gegen das mächtigste Reich der Welt zu führen. Skanderbeg einigte die zerstrittenen albanischen Stämme und verteidigte das kleine Land gegen Armeen, die zehnmal größer waren. Er ist der unangefochtene Nationalheld Albaniens — sein doppelköpfiger Adler ziert die Flagge.
Nach Skanderbegs Tod 1468 fiel Albanien an die Osmanen und blieb über 400 Jahre unter osmanischer Herrschaft (1479–1912). Viele Albaner konvertierten zum Islam, andere blieben orthodox oder katholisch — eine religiöse Vielfalt, die bis heute besteht und erstaunlich friedlich koexistiert.