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Regionen · Kapitel 4

Stadtzentrum & Highlights

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RegionenKapitel 4: Stadtzentrum & Highlights
Regionen · Kapitel 4

Stadtzentrum & Highlights

Reykjaviks Zentrum ist ein Mikrokosmos aus bunten Wellblechhäusern, kreativer Energie und nordischer Gemütlichkeit. Auf wenigen Quadratkilometern ballen sich die ikonische Hallgrímskirkja, die legendäre Laugavegur, der idyllische Stadtsee Tjörnin und genug Street Art für eine ganze Großstadt.

Hallgrímskirkja

Hallgrímstorg 1, 101 Reykjavík
Kirche: tägl. 9–21 Uhr (Okt–Apr: 9–17 Uhr). Turm: tägl. 9–20:30 Uhr
Kirche: kostenlos. Turm: ca. 8€

Die Hallgrímskirkja ist das Wahrzeichen Reykjaviks — und eines der beeindruckendsten Kirchengebäude Europas. Ihre 74,5 Meter hohe Fassade aus Beton, die an Basaltsäulen erinnert, dominiert die Skyline der Stadt und ist von fast überall sichtbar. Der Architekt Guðjón Samúelsson ließ sich von Islands Natur inspirieren: von den Basaltformationen an der Küste, von erstarrten Lavaströmen und der vertikalen Dramatik der isländischen Landschaft.

Der Turm

Ein Aufzug bringt dich auf die Aussichtsplattform in 73 Metern Höhe — der beste Panoramablick über Reykjavik. Du siehst die bunten Dächer der Altstadt, den Atlantik, das Esja-Massiv am Horizont und bei klarer Sicht sogar den Snæfellsjökull (Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde"). Eintritt Turm: 1.200 ISK (ca. 8€). Die Kirche selbst ist kostenlos.

Leifur Eiríksson

Vor der Kirche steht die Statue von Leif Eriksson — dem Wikinger, der Amerika fast 500 Jahre vor Kolumbus entdeckte. Die Statue war ein Geschenk der USA an Island zum 1.000. Jahrestag des Althing (Parlament) im Jahr 1930.

Tipp

Komm morgens früh (vor 10 Uhr) oder am späten Nachmittag zum Turm — dann ist die Schlange kurz und das Licht am besten. Im Winter, wenn die Stadt in der Dämmerung leuchtet und die Berge schneebedeckt sind, ist der Blick besonders magisch.

Laugavegur & Skólavörðustígur

Laugavegur — die Hauptstraße

Die Laugavegur ist Reykjaviks Lebensader — eine schmale, hügelige Straße, die sich vom Hlemmur-Platz im Osten bis zum Lækjartorg-Platz im Westen zieht. Der Name bedeutet „Waschweg" — einst gingen die Isländer auf diesem Weg zu den heißen Quellen in Laugardalur, um ihre Wäsche zu waschen. Heute ist die Laugavegur eine Mischung aus Einkaufsstraße, Fressmeile und Partyzone:

  • Shopping: Isländische Wollpullover (Lopapeysa) ab 15.000 ISK, Outdoor-Marken (66°North, Icewear), Design-Shops (Kiosk, Hrím), Buchläden (Eymundsson), Plattenshops (12 Tónar — du bekommst einen Kaffee, während du Vinyl durchstöberst).
  • Essen: Vom Hotdog-Stand bis zum Sushi-Restaurant, von der Bäckerei Sandholt bis zum Fischrestaurant. Die Café-Kultur ist ausgeprägt — Reykjavík Roasters und Kaffitár sind die lokalen Favoriten.
  • Nachtleben: Am Freitagabend verwandelt sich die Laugavegur in eine einzige große Partymeile — der Rúntur (isländischer Kneipenbummel) beginnt hier und endet irgendwann am Samstag morgen.

Skólavörðustígur — die Straße zur Kirche

Die Skólavörðustígur führt von der Laugavegur direkt hinauf zur Hallgrímskirkja und ist Reykjaviks charmanteste Straße: bunte Häuser, Galerien, Keramik-Studios, Design-Shops und die berühmte Regenbogenstraße (seit 2018 permanent in Regenbogenfarben bemalt). Hier liegt auch der beste Blick auf die Hallgrímskirkja — gerahmt von bunten Fassaden und flankiert von isländischem Design.

Tjörnin & Rathausplatz

Tjörnin — der Stadtsee

Der Tjörnin liegt im Herzen der Stadt und ist Reykjaviks Ruhepol. Der kleine See ist Heimat von über 40 Vogelarten — Schwäne, Gänse, Enten und Möwen. Im Sommer ein idyllischer Park, im Winter zugefroren und von Einheimischen als Schlittschuhbahn genutzt (wenn die Eisdecke dick genug ist). Am südlichen Ufer liegt der Hljómskálagarður-Park mit Skulpturen und Bänken — perfekt für eine Pause.

Ráðhús (Rathaus)

Das moderne Rathaus (1992) steht direkt am Tjörnin und beherbergt im Foyer eine riesige 3D-Reliefkarte Islands, die die Topografie der Insel eindrucksvoll zeigt — Gletscher, Vulkane, Fjorde in greifbarer Nähe. Kostenlos und ein großartiger Einstieg, um Islands Geografie zu verstehen.

Austurvöllur & Althing

Der Austurvöllur ist Reykjaviks parlamentarischer Vorplatz — ein kleiner, grüner Platz vor dem Alþingi (Parlament). Das Althing ist das älteste noch bestehende Parlament der Welt, gegründet 930 n. Chr. in Thingvellir und seit 1845 in Reykjavik. Das heutige Gebäude aus dunklem Basaltstein (1881) ist unscheinbar — aber die demokratische Tradition dahinter ist welthistorisch bedeutend. Im Sommer sitzen Einheimische auf dem Rasen und genießen die Sonne.

Perlan & Street Art

Perlan — die Perle

Das Perlan (die Perle) ist ein futuristisches Gebäude auf dem Öskjuhlíð-Hügel, das auf sechs ehemaligen Heißwassertanks errichtet wurde — ein architektonisches Statement, das Reykjaviks Abhängigkeit von Geothermie symbolisiert. Heute beherbergt es:

  • Wonders of Iceland: Ein interaktives Naturkundemuseum mit einer künstlichen Eishöhle (echter Eis, 100 Meter lang!), einem Planetarium mit Nordlicht-Show (wenn die echten nicht mitspielen) und Ausstellungen über Vulkane, Gletscher und Unterwasserwelten. Eintritt: ca. 32€.
  • Aussichtsplattform: 360-Grad-Panorama über Reykjavik, die Berge und den Ozean. Im Eintrittspreis enthalten.
  • Café & Restaurant: Kaffee mit Aussicht oder Fine Dining in der Drehkuppel (das Restaurant dreht sich langsam — ein komplettes Panorama in etwa zwei Stunden).

Street Art

Reykjaviks Fassaden sind eine Freiluftgalerie. Die Stadt fördert Street Art aktiv, und die Wände und Giebel der Innenstadt sind übersät mit Murals — von politischen Statements über nordische Mythologie bis zu surrealen Traumlandschaften. Die besten Spots:

  • Laugavegur und Seitenstraßen: Die höchste Dichte an Murals.
  • Hverfisgata: Großformatige Werke an Häuserwänden.
  • Grandi-Viertel: Straßenkunst an Lagerhäusern und Fischfabriken.

Ein Spaziergang durch die Innenstadt ist gleichzeitig ein Gang durch eine Kunstausstellung. Kein Eintritt, keine Öffnungszeiten — nur aufmerksam schauen.

Sun Voyager & Küstenpromenade

Sólfar — Sun Voyager

Die Sólfar (Sun Voyager) von Jón Gunnar Árnason ist Reykjaviks meistfotografierte Skulptur — ein abstraktes Wikingerschiff aus Edelstahl, das am Ufer der Faxaflói-Bucht steht und in Richtung Sonnenuntergang blickt. Die Skulptur (1990) symbolisiert die Hoffnung und die Sehnsucht nach unentdecktem Land. Bei Sonnenuntergang, wenn sich das Licht in den Stahlrippen spiegelt und der Esja im Hintergrund leuchtet, ist es einer der schönsten Orte der Stadt.

Sæbraut — die Küstenpromenade

Die Sæbraut ist die Küstenstraße, die sich vom alten Hafen entlang der Bucht bis nach Laugarnes zieht. Der Fuß- und Radweg entlang der Küste ist perfekt für einen Spaziergang: links der Atlantik mit Blick auf den Esja und bei klarem Wetter den Snæfellsjökull, rechts die bunten Häuser der Stadt. Im Sommer bei Mitternachtssonne, im Winter bei Nordlichtern — die Sæbraut ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis.

Grótta

Am westlichen Ende der Halbinsel Seltjarnarnes liegt der Leuchtturm von Grótta — Reykjaviks bester Spot für Nordlichter. Nur 15 Minuten vom Zentrum entfernt, weit genug von der Lichtverschmutzung, mit freiem Blick nach Norden über die Bucht. Bei Ebbe kann man zum Leuchtturm hinüberlaufen. Im Sommer ein perfekter Ort, um die Mitternachtssonne zu beobachten.

Tipp

Grótta ist der Geheimtipp für Nordlichter, den jeder Einheimische kennt: Kaum Lichtverschmutzung, freier Horizont und die Reflexion der Aurora im Wasser ist spektakulär. Aber check vorher die Gezeiten — bei Flut ist der Weg zum Leuchtturm überschwemmt!

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