Unterirdische Städte★★★
Unter der Oberfläche Kappadokiens verbirgt sich ein Wunder: über 200 unterirdische Städte, in den weichen Tuffstein gegraben, die Tausende von Menschen beherbergen konnten. Die ältesten Teile stammen aus dem 7./8. Jahrhundert v. Chr. (Hethiter oder Phryger), spätere Ausbauten dienten Christen als Zuflucht vor arabischen Überfällen im 6.–10. Jahrhundert.
Derinkuyu
Die größte und tiefste unterirdische Stadt — 85 Meter tief, 8 Stockwerke, Kapazität für geschätzte 20.000 Menschen. Alles war vorhanden: Kirche, Schule, Weinkeller, Ölpresse, Brunnen, Belüftungsschächte und tonnenschwere runde Steintore, die einzelne Stockwerke abriegeln konnten. Ein Tunnel soll Derinkuyu sogar mit der 9 km entfernten Stadt Kaymaklı verbinden. Die Enge (manche Gänge nur 1,70 m hoch) ist nichts für Klaustrophobiker, aber das Ingenieurswunder ist beeindruckend.
Kaymaklı
Die zweitgrößte unterirdische Stadt — weniger tief als Derinkuyu (4 besichtigbare Stockwerke), aber breiter und weniger klaustrophobisch. Besonders beeindruckend: die Weinkeller und Getreidespeicher, die auf eine hochorganisierte Gesellschaft schließen lassen.
Özkonak
Weniger besucht als Derinkuyu und Kaymaklı — ein Geheimtipp für alle, die die unterirdischen Städte ohne Menschenmassen erleben wollen. Einzigartig: Kommunikationsröhren zwischen den Stockwerken und Löcher in den Decken, durch die heißes Öl auf Eindringlinge gegossen werden konnte.
💡 Tipp
Wähle EINE unterirdische Stadt: Derinkuyu für die tiefste und eindrucksvollste, Kaymaklı für die angenehmere Besichtigung, Özkonak für wenige Touristen. Derinkuyu ist Pflicht, kann aber in der Hochsaison extrem voll sein (ab 11 Uhr). Komme früh morgens. Leichte Kleidung tragen — unter der Erde ist es kühl, aber in den engen Gängen schwitzt man schnell.