Erstbesucher-Tipps
12 Dinge, die ich gerne vor meiner ersten Polen-Reise gewusst hätte:
- Polen ist EU und Schengen — aber kein Euro. Bezahlt wird in Złoty (PLN). Kartenzahlung funktioniert fast überall (sogar am Marktstand), aber etwas Bargeld für kleine Geschäfte und Trinkgeld ist sinnvoll. NICHT am Flughafen in Kantor-Wechselstuben mit schlechtem Kurs tauschen!
- Die „Bar Mleczny" ist kein Witz. Diese „Milchbars" sind kommunistische Kantinen, die bis heute bestehen — und fantastisch sind. Polnische Hausmannskost zum Spottpreis, geliebt von Studenten, Rentnern und zunehmend auch Touristen. Unbedingt probieren!
- Polnisch ist schwer — aber versuche es trotzdem. „Dziękuję" (Danke, gesprochen: Dschenku-jeh) und „Dzień dobry" (Guten Tag, gesprochen: Dschenj dobri) öffnen Herzen. Jüngere Polen sprechen oft gut Englisch, ältere Generation weniger.
- Die Geschichte ist allgegenwärtig. Der Zweite Weltkrieg, der Holocaust und die kommunistische Ära haben tiefe Spuren hinterlassen. Polen erwarten Respekt vor ihrer Geschichte. Auschwitz-Birkenau ist kein Fotospot — es ist eine Gedenkstätte.
- Trinkkultur wird großgeschrieben. Wódka ist Nationalgetränk, aber die Craft-Beer-Revolution hat Polen in ein Bierparadies verwandelt. „Na zdrowie!" (Zum Wohl!) wird man oft hören. Trinke nie allein — immer mit Toast.
- Polen ist sehr katholisch. 87% der Bevölkerung sind katholisch, Kirchen sind voll (besonders sonntags). Respektvolle Kleidung in Kirchen ist selbstverständlich. Religiöse Feiertage (Ostern, Allerheiligen, Weihnachten) werden intensiv begangen.
- Die Gastfreundschaft ist überwältigend. Wirst du eingeladen, wirst du gefüttert bis zum Umfallen. „Noch ein Stück?" ist keine Frage, sondern eine Feststellung. Ablehnen ist fast unmöglich (und unhöflich).
- Zugfahren ist fantastisch. Polens Züge sind modern, pünktlich und günstig. Der EIP (Express InterCity Premium) fährt Warschau–Krakau in 2,5 Stunden. Tickets früh online kaufen — Sparpreise ab 8€!
- Krakau ist touristischer als du denkst. Im Sommer ist der Rynek Główny so voll wie der Markusplatz in Venedig. Komme im Mai, September oder Oktober für das bessere Erlebnis. Oder weiche nach Breslau aus — genauso schön, halb so voll.
- Geld abheben am Automaten: Aufpassen! Viele Geldautomaten bieten eine „dynamische Währungsumrechnung" an (in Euro umrechnen). IMMER ablehnen und in PLN abheben — sonst zahlst du 5–10% mehr durch den schlechten Wechselkurs.
- Sonntags ist vieles geschlossen. Seit 2018 gilt in Polen ein Handelsverbot an den meisten Sonntagen. Supermärkte, Einkaufszentren und viele Geschäfte sind zu. Restaurants, Cafés, Museen und Tankstellen bleiben geöffnet.
- Die Sicherheit ist ausgezeichnet. Polen zählt zu den sichersten Ländern Europas. Gewaltkriminalität gegen Touristen ist extrem selten. Die übliche Großstadt-Vorsicht (Taschendiebe an Touristenspots) reicht völlig aus.