Südmalta · Abschnitt 1/3

Megalithische Tempel

🇲🇹 Malta Reiseführer

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Megalithische Tempel★★★

Maltas megalithische Tempel sind die ältesten freistehenden Bauwerke der Menschheit — älter als die Pyramiden von Gizeh (ca. 2.600 v. Chr.) und Stonehenge (ca. 3.000 v. Chr.). Erbaut zwischen 3.600 und 2.500 v. Chr. von einer neolithischen Zivilisation, die keine Schrift, kein Metall und kein Rad kannte, sind sie ein Zeugnis menschlicher Ingenieurskunst, das jeden Besucher in Staunen versetzt. Sieben Tempelanlagen auf Malta und Gozo sind gemeinsam UNESCO-Welterbe.

Ħaġar Qim & Mnajdra

Die beiden beeindruckendsten Tempelanlagen liegen auf einer dramatischen Klippenlandschaft an der Südküste, hoch über dem Meer mit Blick auf die unbewohnte Insel Filfla. Sie werden über ein gemeinsames Besucherzentrum erschlossen.

Ħaġar Qim (ca. 3.600–3.200 v. Chr.) besticht durch seine gewaltigen Kalksteinblöcke — der größte wiegt über 20 Tonnen. Wie die Erbauer diese Steine ohne Rad und Metall transportierten und aufstellten, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Die Tempelanlage hat eine kleeblattförmige Grundform mit mehreren Apsiden und Nischen, in denen Fruchtbarkeitsfiguren gefunden wurden.

Mnajdra (ca. 3.600–2.500 v. Chr.) liegt 500 Meter unterhalb von Ħaġar Qim am Klippenrand und besteht aus drei Tempeln. Der untere Tempel ist ein astronomisches Wunderwerk: Bei der Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleiche fällt das Sonnenlicht exakt durch den Haupteingang auf eine Steinplatte im Inneren. Zur Sommer- und Wintersonnenwende beleuchtet die Sonne jeweils die linke oder rechte Seite des Eingangs. Eine 5.500 Jahre alte Sonnenuhr.

Eintritt (für beide): 10€. Besucherzentrum mit Film und Ausstellung: sehr empfehlenswert. Tipp: Morgens kommen — die Tempel liegen in der prallen Sonne, und nachmittags kann es im Sommer unerträglich heiß werden.

Tarxien-Tempel

Die Tarxien-Tempel (ca. 3.150–2.500 v. Chr.) in einem Vorort von Valletta sind die am aufwändigsten dekorierten der maltesischen Tempel. Spiralmuster, Tierfriese und die berühmte Riesenfigur einer Fruchtbarkeitsgöttin (von der nur der untere Teil erhalten ist — im Originalzustand wäre sie über 2 Meter groß gewesen) machen sie zu einem Höhepunkt maltesischer Archäologie. Die Originale stehen im Archäologischen Museum in Valletta; in Tarxien selbst sind Repliken zu sehen. Eintritt: 6€.

Ħal Saflieni Hypogäum

Das Hypogäum in Paola ist einzigartig auf der Welt: eine komplett unterirdische Tempelanlage, zwischen 4.000 und 2.500 v. Chr. über drei Ebenen bis zu 10 Meter tief in den Kalkstein gehauen. Über 7.000 Bestattungen wurden hier gefunden. Die Kammern imitieren die Architektur der oberirdischen Tempel — mit gemeißelten Säulen, Nischen und ockerfarbenen Wandmalereien. Die Akustik im „Oracle Room" ist verblüffend: Ein Wort, in normalem Ton gesprochen, hallt durch das gesamte Labyrinth.

Nur 80 Besucher pro Tag! Tickets müssen Wochen, im Sommer Monate im Voraus online bei Heritage Malta gebucht werden. Eintritt: 35€ (Erwachsene), 15€ (Kinder). Es ist teuer, aber ein absolut einzigartiges Erlebnis. Wer es versäumt hat, kann im Archäologischen Nationalmuseum in Valletta die wichtigsten Funde sehen, darunter die berühmte „Sleeping Lady"-Figur.

💡 Tipp

Buche das Hypogäum sofort bei der Reiseplanung — nicht vor Ort! Die 80 Tagestickets sind oft Monate im Voraus ausverkauft. Auf der Heritage-Malta-Website werden gelegentlich stornierte Tickets frei — täglich checken lohnt sich.

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