Geschichte Mallorcas · Abschnitt 5/7

Spanische Krone & Neuzeit

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Spanische Krone & Neuzeit

Nach der Eingliederung in die Krone Aragon (1349) und der späteren Vereinigung mit Kastilien (1469, Heirat von Ferdinand und Isabella) wurde Mallorca Teil des wachsenden spanischen Weltreichs — allerdings ein eher unbedeutender Teil. Die folgenden Jahrhunderte waren für die Insel eine Zeit des Niedergangs, der Isolation und der ständigen Bedrohung.

Piraterie und Befestigung (15.–17. Jh.)

Die größte Bedrohung kam vom Meer: Nordafrikanische Piraten (Berber-Korsaren) überfielen die Küsten Mallorcas regelmäßig und brutal. Ganze Dörfer wurden geplündert, Bewohner als Sklaven verschleppt. Der berühmteste Angriff war die Plünderung von Pollenca im Jahr 1550 durch den gefürchteten Korsaren Dragut — ein Ereignis, das heute beim jährlichen Fest „Moros i Cristians" nachgespielt wird.

Als Reaktion entstand ein beeindruckendes Netz von Wachtürmen (Torres de defensa) rund um die Küste — über 80 Türme, von denen viele noch heute stehen und zu den malerischsten Fotomotiven der Insel gehören. Küstenorte wie Deia, Valldemossa und Fornalutx wurden bewusst einige Kilometer landeinwärts gebaut, um vor Piratenüberraschungen geschützt zu sein.

Wirtschaftlicher Niedergang

Während Spanien mit seinem Kolonialreich aufblühte, blieb Mallorca abseits der großen Handelsrouten. Die Insel litt unter Pestepidemien (besonders verheerend 1652), Missernten und einer feudalen Gesellschaftsstruktur, die Innovationen verhinderte. Die Chuetas — Nachkommen zwangskonvertierter Juden — bildeten eine verfolgte Minderheit, deren Stigmatisierung bis ins 20. Jahrhundert nachwirkte.

Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714) stellte sich Mallorca auf die Seite der Habsburger — und verlor. Der siegreiche Bourbone Philipp V. schaffte mit den Decretos de Nueva Planta (1715) die Selbstverwaltungsrechte der Balearen ab. Kastilisch (Spanisch) wurde zur alleinigen Amtssprache — ein Schlag gegen die katalanische Identität, dessen Nachwirkungen bis heute spürbar sind.

19. Jahrhundert — Zaghafter Aufbruch

Erst im 19. Jahrhundert begann ein langsamer Wandel: Der Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich entdeckte Mallorca in den 1870ern für sich, kaufte große Landgüter an der Nordwestküste (darunter Son Marroig bei Deia) und veröffentlichte sein monumentales Werk „Die Balearen" — die erste umfassende Dokumentation der Insel. Frederic Chopin und George Sand verbrachten den Winter 1838/39 in der Kartause von Valldemossa — Sands Buch „Ein Winter auf Mallorca" machte die Insel in Europa bekannt, wenn auch nicht immer schmeichelhaft.

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