Car driving on a road through rolling hills.
A car drives down a highway under a cloudy sky.
Palm trees line a highway with a car driving.
Cars driving on a wet road during a snowstorm.
Person driving on a highway with mountains in background
Photo by Sarang LEE on Unsplash

Roadtrips

Die legendärsten Straßen der Welt: Von der Route 66 bis zur Garden Route. Routen, Tipps und die besten Stopps für deinen Roadtrip.

Warum der Weg das Ziel ist

Ein Roadtrip ist mehr als eine Reise von A nach B. Es ist das Gefühl, wenn du morgens den Motor startest und nicht genau weißt, wo du heute Abend schlafen wirst. Die Freiheit, an jedem Aussichtspunkt anzuhalten, spontan in ein Dorf abzubiegen oder einfach weiterzufahren, weil die Straße so schön ist.

Roadtrips lassen dich ein Land auf eine Art erleben, die kein Pauschalurlaub bieten kann. Du siehst die Landschaft sich langsam verändern, hörst lokales Radio, hältst an Straßenständen und entdeckst Orte, die in keinem Reiseführer stehen. Jeder Kilometer erzählt eine Geschichte.

In diesem Guide findest du fünf der legendärsten Routen der Welt, praktische Tipps zur Fahrzeugwahl und Routenplanung, eine Auto-Packliste und eine ehrliche Budget-Einschätzung. Gas geben – los geht's.

Die 5 schönsten Roadtrip-Routen der Welt

Von Islands Ringstraße bis zu Schottlands Highlands – diese Strecken sind Fahrvergnügen pur.

Günstig – unter 80 € pro Tag (Fahrzeug + Sprit + Unterkunft)
€€Mittel – 80–180 € pro Tag
€€€Gehoben – über 180 € pro Tag
1

Island Ringstraße

Island

Die Ringstraße (Route 1) führt auf 1.322 km einmal um ganz Island. Unterwegs passierst du Wasserfälle wie Seljalandsfoss und Skógafoss, die Gletscherlagune Jökulsárlón, Geysire, heiße Quellen und schwarze Lavastrände. Der Trip ist perfekt planbar: eine Straße, keine Abzweigung nötig, überall Campingplätze und Gästehäuser. 10–14 Tage ideal.

Beste Reisezeit: Juni bis August (24h Tageslicht)Budget: €€€

Route-Highlights:

Seljalandsfoss – hinter dem Wasserfall durchgehen
Jökulsárlón Gletscherlagune und Diamond Beach
Mývatn-Region mit heißen Quellen
Snæfellsnes-Halbinsel als Abstecher
2

Route 66

USA

Die „Mother Road" von Chicago nach Santa Monica ist der Inbegriff des Roadtrips. Auf 3.940 km durchquerst du acht Bundesstaaten, erlebst Diners der 50er Jahre, Neonreklamen in Tucumcari, den Grand Canyon als Abstecher, die Painted Desert und schließlich den Pazifik. Ein Trip durch die amerikanische Popkultur.

Beste Reisezeit: April bis Juni, September bis OktoberBudget: €€

Route-Highlights:

Cadillac Ranch in Amarillo, Texas
Grand Canyon als Tagesabstecher
Santa Monica Pier – das offizielle Ende
Historic Diners und Motels entlang der Strecke
3

Amalfiküste

Italien

Die 50 km kurze Küstenstraße zwischen Sorrento und Salerno gehört zu den schönsten Straßen der Welt. Enge Serpentinen schlängeln sich an steilen Klippen entlang, bunte Dörfer wie Positano, Amalfi und Ravello kleben am Fels, und das tiefblaue Mittelmeer glitzert immer in Sichtweite. Kurz, aber unvergesslich – idealerweise kombiniert mit Neapel und Pompeji.

Beste Reisezeit: Mai bis Juni, September bis OktoberBudget: €€€

Route-Highlights:

Positano – das fotogenste Dorf der Küste
Ravello – Villa Rufolo und Konzerte im Garten
Sentiero degli Dei (Götterpfad) – Wanderung mit Panorama
Limoncello-Verkostung in Amalfi
4

Garden Route

Südafrika

Die Garden Route erstreckt sich über 300 km entlang der Südküste von Mossel Bay bis Storms River. Üppige Wälder, Lagunen, goldene Strände und die Big Five im Addo Elephant Park. Dazu Bungee-Jumping an der Bloukrans Bridge (216 m – höchster der Welt), Whale Watching in Hermanus und erstklassige Weingüter in Stellenbosch als Bonus.

Beste Reisezeit: Oktober bis AprilBudget: €€

Route-Highlights:

Tsitsikamma Nationalpark – Storms River Mouth
Knysna Heads und Lagune
Bungee-Jumping an der Bloukrans Bridge
Addo Elephant Nationalpark
5

North Coast 500

Schottland

Die NC500 ist Schottlands Antwort auf die Route 66: 830 km durch die schottischen Highlands. Raue Küsten, einsame Strände, mittelalterliche Burgen, Whisky-Destillerien und eine Landschaft, die an das Ende der Welt erinnert. Die Route startet und endet in Inverness und führt durch einige der am dünnsten besiedelten Regionen Europas.

Beste Reisezeit: Mai bis SeptemberBudget: €€

Route-Highlights:

Duncansby Stacks – dramatische Felsnadeln
Smoo Cave bei Durness
Applecross Pass – die steilste Straße Schottlands
Whisky-Destillerien in der Speyside-Region

Routenplanung und Fahrtipps

Von der Fahrzeugwahl bis zur Übernachtung – alles, was du für einen stressfreien Roadtrip wissen musst.

Vor der Abfahrt

  • Route grob planen, aber flexibel bleiben – die besten Stopps findet man unterwegs
  • Unterkünfte in der Hochsaison vorab buchen, in der Nebensaison spontan bleiben
  • Internationalen Führerschein beantragen (außerhalb der EU meist Pflicht)
  • Mietwagen-Versicherung genau lesen: Vollkasko ohne Selbstbeteiligung wählen
  • Offline-Navigation herunterladen (Google Maps oder HERE WeGo)

Fahrzeugwahl

  • Kleinwagen für Europa (Amalfiküste, Schottland) – enge Straßen!
  • SUV oder 4x4 für Schotter- und Offroad-Strecken (Island Hochland, Südafrika)
  • Campervan für maximale Flexibilität (Island, Neuseeland, Australien)
  • Automatik bevorzugen, wenn du Links verkehr nicht gewohnt bist (UK, Südafrika)
  • Mietwagen-Vergleich über Portale wie Check24, billiger-mietwagen.de oder Sunny Cars

Unterwegs

  • Maximal 3–4 Stunden Fahrzeit pro Tag einplanen – Roadtrip heißt genießen, nicht rasen
  • Tankstellen in abgelegenen Gebieten nicht auslassen (Island, Schottland, Patagonien)
  • Lokale Verkehrsregeln kennen: Kreisverkehre, Geschwindigkeitslimits, Alkoholgrenzen
  • Ruhepausen alle 2 Stunden – besonders bei Linksverkehr, der extra Konzentration erfordert
  • Fotostopps an Haltebuchten, nicht auf der Fahrbahn – Sicherheit geht vor

Übernachten

  • Mix aus Hotels, B&Bs und Camping für Abwechslung und Budgetkontrolle
  • Apps wie Park4Night (Europa) oder iOverlander für Stellplätze
  • In Island und Schottland: Wildcampen mit Erlaubnis möglich (Jedermannsrecht)
  • Booking.com mit flexibler Stornierung für spontane Planänderungen
  • Farm Stays und Agriturismo für authentische Erlebnisse

Auto-Packliste für den Roadtrip

Neben deinem normalen Gepäck brauchst du diese Roadtrip-Essentials im Auto.

Fahrzeug-Essentials

  • Warndreieck, Warnweste und Verbandskasten (in vielen Ländern Pflicht)
  • Reservekanister für abgelegene Strecken
  • Starthilfekabel und Reifenflickset
  • Taschenlampe oder Stirnlampe
  • Mietwagen-Dokumentation und Pannenhilfe-Nummer
  • USB-Ladekabel und Handyhalterung

Navigation & Planung

  • Offline-Karten auf dem Handy (gesamte Route vorab herunterladen)
  • Papier-Straßenkarte als Backup – GPS fällt in abgelegenen Gebieten aus
  • Reiseführer mit Routenbeschreibung
  • Notizbuch für Highlights, Tankquittungen und Maut
  • Roadtrip-Playlist oder Hörbücher für lange Strecken
  • Dashcam – nützlich bei Unfällen und als Erinnerung

Komfort & Verpflegung

  • Kühlbox für Getränke und Snacks
  • Wiederbefüllbare Trinkflaschen
  • Decke und Kissen für spontane Pausen
  • Müllbeutel im Auto (Leave No Trace!)
  • Sonnenschutz für Windschutzscheibe (bei Hitze)
  • Regenschirm und warme Jacke (Wetter ändert sich)

10 goldene Regeln für Roadtripper

Damit dein Roadtrip unvergesslich wird – und nicht am Straßenrand endet.

1

Nicht zu viel pro Tag fahren

3–4 Stunden reine Fahrzeit pro Tag sind genug. Der Rest ist Entdecken, Fotografieren und Genießen. Ein Roadtrip ist kein Rennen.

2

Früh tanken

Tanke nach, wenn der Tank halb leer ist – besonders in Island, Schottland oder Patagonien, wo die nächste Tankstelle 100+ km entfernt sein kann.

3

Fahrzeug dokumentieren

Vor der Übernahme des Mietwagens: Fotos von allen Kratzern und Dellen machen. Bei der Rückgabe erneut fotografieren. Spart Ärger bei der Kaution.

4

Playlist vorbereiten

Erstelle vorab mehrere Playlists und lade Podcasts/Hörbücher herunter. Gutes Audio macht aus einer langen Fahrt ein Erlebnis. Kein Spotify in der Pampa.

5

Flexibel bleiben

Die schönsten Roadtrip-Momente sind ungeplant: das Café am Straßenrand, der See hinter der Kurve, der Markt im Dorf. Halte an, wenn es dich ruft.

6

Lokale Straßenregeln kennen

In Island: keine Offroad-Fahrten. In Italien: ZTL-Zonen in Städten beachten. In Südafrika: nicht nach Einbruch der Dunkelheit fahren. Informiere dich vorab.

7

Versicherung aufwerten

Vollkasko ohne Selbstbeteiligung lohnt sich fast immer. Ein Steinschlag auf Schotterpisten oder ein Kratzer am Parkplatz kosten sonst schnell 500+ Euro.

8

Maut einplanen

In vielen Ländern (Italien, Frankreich, Portugal) fallen erhebliche Mautgebühren an. Vorab kalkulieren und ggf. eine Maut-Box (z.B. Via-T) mieten.

9

Pausen heilig halten

Alle 2 Stunden anhalten, Beine vertreten, Wasser trinken. Müdigkeit am Steuer ist gefährlicher als jede Kurve. Im Zweifel: Beifahrer ans Steuer.

10

Erinnerungen schaffen

Führe ein Roadtrip-Tagebuch, sammle Tankkarten und Eintrittskarten, mach Fotos vom Tacho an besonderen Orten. Jeder Kilometer ist eine Geschichte.

Roadtrip bezahlbar machen

Mietwagen, Sprit, Maut, Unterkünfte – ein Roadtrip hat viele Kostenpunkte. So behältst du den Überblick.

Mietwagen sparen

  • Frühbucher-Rabatt: 3–6 Monate vorab buchen spart 30–50 % gegenüber Last-Minute. Besonders in der Hochsaison kritisch.
  • Kleinwagen wählen: Weniger Spritkosten, günstiger in der Miete und einfacher zu parken. In Europa reicht ein Kleinwagen fast immer.
  • Kreditkarten-Versicherung: Manche Gold/Platin-Kreditkarten inkludieren Mietwagen-Vollkasko. Checke deine Karte, bevor du extra zahlst.

Sprit und Maut

  • Spritpreise vorab checken: In der EU sind Spanien und Portugal günstig, Norwegen und Island teuer (2,50+ €/Liter). Apps wie Waze zeigen günstige Tankstellen.
  • Maut umfahren: In Frankreich und Italien kannst du Mautstraßen oft über Landstraßen umfahren – dauert länger, spart aber deutlich und ist landschaftlich schöner.

Günstig übernachten

Im Campervan sparst du Übernachtungskosten komplett. Auf öffentlichen Stellplätzen (Park4Night), bei Bauernhöfen oder in Ländern mit Jedermannsrecht (Norwegen, Schottland) übernachtest du kostenlos mitten in der Natur.

Tipp: Airbnb für längere Stopps, Booking.com mit kostenloser Stornierung für spontane Übernachtungen, und B&Bs für das authentischste Erlebnis. Mix ist der Schlüssel.

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